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US-Schulen spähen Teenager aus

Im Kampf gegen Cybermobbing und Suizid gehen amerikanische Schulen nun einen umstrittenen Weg: In Kalifornien beauftragen sie Firmen mit der Überwachung der Online-Aktivitäten ihrer Schüler. Bürgerrechtler protestieren dagegen.

Von PRO

Foto: Picture-Factory/Fotolia

Kalifornische Schüler müssen künftig vorsichtig sein, wann sie was in Online-Netzwerken posten – denn die Schule liest mit. Wie amerikanische Medien berichten, späht die Firma „Geo Listening” die Schüler an drei High-Schools seit einem Jahr im Auftrag des Distrikts Glendale aus. Sie überprüft deren Aktivitäten in Blogs, bei Facebook, Twitter oder dem Fotodienst Instagram. Finden die Analysten etwas Auffälliges, zum Beispiel Hinweise auf einen drohenden Suizid oder anzügliche Bilder, informieren sie die Schule.

Der Geschäftsführer von „Geo Listening”, Chris Frydrych, erklärte gegenüber der Zeitung Los Angeles Times, dass seine Firma noch weitere Aufträge von Schulen erhalten hat. Bis zum Ende des Jahres stünden 3.000 Schulen weltweit unter seiner Überwachung. Er stellte aber auch klar, dass nur öffentliche Posts zur Kenntnis genommen würden. Die Privatsphäreeinstellungen der Schüler würden nicht umgangen. Die täglichen Reports an die Schule umfassten Informationen über die Posts an sich, zeigten aber auch, wann sie hochgeladen würden und ob es auf dem Schulgelände geschehe. Bürgerrechtler von der American Civil Liberties Union warnten unterdessen davor, die Überwachung könne die Privatsphäre der Schüler und deren Recht auf freie Meinungsäußerung verletzen.

Die Maßnahme ist ein Versuch der Schulen, gegen Cybermobbing und dessen Folgen vorzugehen. Immer wieder machen Suizide von Schülern in den USA Schlagzeilen. Allein im Distrikt Glendale haben sich Medienberichten zufolge im vergangenen Schuljahr zwei Teenager das Leben genommen. In Florida hatte sich vor wenigen Tagen eine 12-Jährige in den Tod gestürzt, nachdem sie online gemobbt worden war. (pro)

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