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Unser Herr, unser Retter, unser Geld

Was Sie schon immer über die Christen wissen wollten: Die Komödie „Believe Me“ mit Alex Russell in der Hauptrolle entlarvt sehr humorvoll christliche Klischees. Eine Filmkritik von Dominique Hähnel-Kästner
Von PRO
Diese frechen Jungs wollen in „Believe Me” ganz schnell ans große Geld
Diese frechen Jungs wollen in „Believe Me” ganz schnell ans große Geld
Wer kennt den Warnhinweis nicht: Bitte nicht nachmachen! Der Film „Believe me“ wäre so ein Fall. Denn die Hauptfigur hat ihre ganz eigene Methode, um an Geld zu gelangen. Aber der Reihe nach. Sam, gespielt von Alex Russell, und seine drei Freunde sind im Grunde ganz durchschnittliche Studenten. Wenige Monate vor ihrem Abschluss haben sie vor allem Flirten, Feiern und Freiheit im Sinn. Um ein hübsches Mädchen zu sehen, gehen sie auch schon mal in eine Kirche. Mehr haben sie mit dem Glauben aber nicht zu tun. Gäbe es da nicht plötzlich ein Problem: Sam erfährt, dass sein Stipendium abgelaufen ist. Alle Vorschläge, an Geld zu gelangen, nehmen seiner Meinung nach zu viel Zeit in Anspruch. Er ist verzweifelt, weiß sich keinen Rat mehr. Als er sieht, wie viel in einer Kirche für den guten Zweck gespendet wird, kommt ihm die rettende Idee. Warum sollen die gutgläubigen Christen nicht auch sein Studium finanzieren? Doch dafür braucht er Unterstützung. Mit seinen Freunden Baker, Pierce und Tyler schmiedet er einen Plan. Sie wollen ein fiktives Missionswerk gründen und die Einnahmen in die eigene Tasche fließen lassen. Eine einzige Veranstaltung soll es anfangs werden. So einfach, wie gedacht, wird es allerdings nicht.

„Glauben durch Spenden untermauern“

Unbeholfen starten die jungen Männer das erste Event. Offiziell verkünden sie, dass die Spenden für sauberes Trinkwasser nach Afrika gingen. Die Strategie: „Momentan ist die Rettung Afrikas für die Christen ebenso populär wie Jesus Christus persönlich.“ Je trauriger der Anlass, desto höher seien die Einnahmen. Gesagt, getan. Ein bisschen Musik, eine holprige Rede. Sams Leitspruch am Ende jeder Veranstaltung: „Seid bereit, das zu spenden, was der Größe eures Glaubens entspricht.“ Die Besucher applaudieren. Dennoch reicht das Geld nicht – eine Fortsetzung muss folgen. Gerade rechtzeitig bekommen die Vier ein unglaubliches Angebot von Ken Hopkins, dem Leiter der Hilfsorganisation „Cross Counter“ : Sie sollen 27 Shows an 27 Orten aufführen. Das scheint eine großartige Chance zu sein, aber ganz einig sind sich die Jungs dabei nicht. Den Glauben vortäuschen, predigen und beten vor großem Publikum, das ist ihnen nicht geheuer. Es kommt zu einer ersten Auseinandersetzung. Tyler will zwar seinem Freund Sam aus der Klemme helfen, hat aber ein schlechtes Gewissen – er bleibt auch im Laufe des Films die einzige Stimme der Vernunft. Baker hingegen versteht nie so ganz, worum es eigentlich geht und befindet sich in seiner persönlichen Sinnkrise. Nur der reiche, verwöhnte Pierce hat stets seinen eigenen Vorteil im Blick und ist direkt dafür. Am Ende siegt dennoch bei allen die Gier und die Behauptung: „Die Leute wollen doch belogen werden. Sie wollen nicht wirklich helfen. Sie wollen sich nur gut fühlen und so tun, als ob sie geholfen hätten. Und dieses Gefühl hat eben seinen Preis.“

Das Einmaleins des Christseins

Schnell wird ihnen aber klar: Für diesen Road Trip reichen ein paar christliche Floskeln nicht mehr aus. Sie müssen die Christen verstehen lernen. Was folgt sind Sequenzen, die die Bauchmuskeln beanspruchen. Es gilt das Einmaleins christlicher Gemeinschaft zu lernen. Da gäbe es beispielsweise Bewegungen, wie „die Zwangsjacke“ oder „der rettende Anker“. Was sich anhört wie Yoga, seien aber Handbewegungen während des Lobpreises. Auf der Tour werden sie gefeiert wie Popstars. Es sind skurril anmutende Szenen, die schnell Zweifel aufkommen lassen, wem diese Shows dienen sollen. Denn obwohl die vier Protagonisten darin die Reden halten, sind sie jedoch nicht die Organisatoren. Sie laufen mit in einer Maschinerie, die lange schon existiert. Wenn nicht Vieles wirklich zum Lachen wäre, könnte man manchmal weinen. Aber es regt definitiv zum Grübeln an. Auch die vier Freunde müssen erkennen, dass der Zweck nicht die Mittel heiligt. Sie haben durch die Reden, die immer ausgefeilter werden, großen Einfluss auf ihre Zuhörer, und Reaktionen bleiben nicht aus. Die Komödie ist sowohl für Atheisten, als auch Christen zu empfehlen. Sie bietet eine gute und unkomplizierte Basis, um mit Anderen ins Gespräch zu kommen, aber auch die eigene Einstellung zu überprüfen. (pro)

„Believe Me“, DVD, freigegeben ab sechs Jahren, 93 Minuten, ab 14,99 Euro.

https://www.pro-medienmagazin.de/film/detailansicht/aktuell/usa-christlicher-film-war-room-fuehrt-kinocharts-an-93286/
https://www.pro-medienmagazin.de/film/detailansicht/aktuell/bestseller-90-minuten-im-himmel-wird-verfilmt-91391/
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