Das christliche Medienmagazin

Unerfüllte Liebe: Die Iraner und das Internet

Der Iran hat die meisten Internetnutzer im Nahen Osten. Das geht aus der jüngsten Volkszählung im Land hervor. Zugleich zählt der Iran zu den weltweit größten Feinden des Netzes.

Von PRO

Foto: Dina Regine (flickr/CC BY-SA 2.0)

Wie "DRadio" unter Bezug auf französische Medien berichtet, hat die jüngste Volkszählung im Land ergeben, dass 11,2 Millionen Iraner über einen Netzanschluss verfügen. Das Ministerium für Telekommunikation in Teheran sei bisher von mehr als dreimal so vielen Internet-Surfern ausgegangen, nämlich von rund 36 Millionen.

Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" zählt den islamischen Staat unterdessen zu den größten Feinden des Internets: Online-Inhalte würden dort stark gefiltert, kritische Blogger und Online-Journalisten ausfindig gemacht und unter Druck gesetzt, heißt es in einem Bericht vom März dieses Jahres. Vor allem Iran und China hätten die Internet-Überwachung im vergangenen Jahr deutlich verstärkt. Im Iran seien 2011 zahlreiche Online-Aktivisten festgenommen worden. Im März saßen demnach 20 von ihnen im Gefängnis. Der Iran unterstütze auch das Regime in Syrien bei der Kontrolle des Internets, berichten die "Reporter ohne Grenzen".

Iranisches Intranetz geplant

Schon seit einiger Zeit sind außerdem Pläne des Iran bekannt, ein eigenes, nationales Netz zu schaffen. Im Rahmen dessen ist auch die Abschaltung internationaler Web-Verbindungen geplant. Irans eigenes Netz soll dann laut dem Sprecher des Wirtschaftsministeriums, Ali Aghamohammadi, "halal" sein, sich also ganz den ethischen und moralischen Normen der islamischen Welt unterordnen, wie das Portal "Heise" bereits vor über einem Jahr berichtete.

Webblogs und der Nachrichtendienst Twitter hatten dem Regime nicht nur im Zuge der sogenannten "Grünen Revolution" von 2009 massive Probleme bereitet. Während der Proteste nach den Präsidentschaftswahlen hatten Oppositionsgruppen und Journalisten das Netz genutzt, um die Pressezensur im Iran zu umgehen und Videos, Fotos und Texte weltweit zu verbreiten. Zum Sinnbild der Brutalität des Regimes wurde etwa ein Video, das die während der Demonstrationen getötete Neda Agha-Soltan zeigt. Die Bilder ihres Sterbens gingen um die Welt und lösten massive Proteste aus. Sie soll durch einen Schuss aus der Waffe iranischer Milizen umgebracht worden sein. (pro)

Ihr Beitrag für christliche Werte in den Medien
Bei PRO sind alle Beiträge frei zugänglich und kostenlos - und das wird auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden.

Wir arbeiten in der PRO-Redaktion jeden Tag dafür, Ihnen solide Informationen zu liefern über Themen, die Sie interessieren.

Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin den christlichen Journalismus bieten, den Sie von PRO kennen.

Viele PRO-Leser helfen schon mit. Sind Sie dabei?

Schreiben Sie einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien. Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen