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TV-Doku über Sarrazins Integrationsdebatte

Im Herbst 2010 mischte Thilo Sarrazin mit seinem Bestseller "Deutschland schafft sich ab" und den darin enthaltenen umstrittenen Thesen über Migranten die Integrationsdebatte in Deutschland auf. Der "Westddeutsche Rundfunk" blickt in einer Dokumentation auf die Ereignisse zurück.
Von PRO

Foto: Nina Gerlach cc-by-sa

Der Berliner Bezirksbürgermeister von Neukölln, Heinz Buschkowsky, sieht die
Integrationsbemühungen auch heute noch in der Sackgasse. "Seitdem das Buch erschienen ist, heißt es nur: ‘Bist du dafür oder dagegen?’", sagte der SPD-Politiker bei der Vorstellung einer Fernsehdokumentation über die Folgen des Bestsellers, der am 30. August 2010 erschienen und bis heute mehr als 1,5 Millionen Mal über den Ladentisch gegangen ist . "In der Integrationsdebatte haben sich alle auf ihre alten Positionen zurückgezogen." Die Dokumentation "Sarrazins Deutschland – Wie eine Debatte ein Land spaltet" zeigt der "WDR" am Montag (22.00 Uhr), einen Tag später wird die Sendung im "rbb" wiederholt (20.15 Uhr).  

Der Film zeichnet die Wirkung Sarrazins bei vielen seiner Leser und Hörer nach und beschreibt mit Fällen und Projekten in Berlin und Essen Integrationsdefizite und -erfolge. "Seit Sarrazin ist die Integrationsdebatte intensiver geworden, dafür aber auch flacher und vor allem aggressiver", sagt der Migrationsforscher Klaus J. Bade in der Sendung. Auch das fängt die Kamera ein: Zuhörer eines Sarrazin-Auftritts im sächsischen Döbeln, wo der Ausländeranteil unter einem Prozent liegt, stimmen Sarrazins Thesen zur "Überfremdung" begeistert zu. Die Dokumentation zeigt außerdem Fälle von staatlich verhinderter Integration, etwa im Fall jener Ausländer mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus, denen der Zugang zur Arbeit dadurch versperrt wird.

Der "Rundfunk Berlin-Brandenburg" (rbb) hatte bereits für den Jahrestag der
Bucherscheinung Ende August 2011 eine Sarrazin-Dokumentation geplant. Nachdem ein Spaziergang Sarrazins mit der Autorin Güner Balci durch Kreuzberg und Neukölln vor laufender Kamera Aufsehen und Protest ausgelöst hatte, sagte der rbb das Projekt "aus rein journalistischen Gründen" ab. Anschließend wurden die Reporter Sascha Adamek, Jo Goll und Norbert Siegmund mit dem Film beauftragt, der ausdrücklich kein Sarrazin-Porträt sein soll.

"Deutschland schafft sich ab" erschien im Januar als Taschenbuchausgabe mit einem neuen Vorwort des Autors. Derzeit arbeite Sarrazin an einem neuen Buch, heißt es in der Sendungsankündigung des "WDR". (dpa/pro)

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