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Türkei: Erste christliche Bürgermeisterin

Die 25-jährige Fabriona Benno ist die erste Christin, die in einer türkischen Stadt regiert. Einen christlichen Bürgermeister gab es in der Türkei bisher nur einmal – er wurde erschossen.
Von PRO
Es gibt nur noch wenige aramäische Christen in Mardin. Und die haben es schwer. Die neue Bürgermeisterin Fabronia Benno will ihre Rechte stärken
Es gibt nur noch wenige aramäische Christen in Mardin. Und die haben es schwer. Die neue Bürgermeisterin Fabronia Benno will ihre Rechte stärken
Fabriona Benno teilt sich das Amt mit einem kurdischen Stammesfürsten und will ihrem Volk zu mehr Rechten verhelfen. Sie gehört zu den wenigen Aramäern, die noch in der Osttürkei leben. Aus der Gegend um ihre Heimat, der mesopotamischen Stadt Mardin, stammt das Volk der Aramäer. Heute gibt es dort nur noch knapp 5.000 von ihnen. Vor einem Jahrhundert seien es Hunderttausend gewesen, berichtet das Magazin Focus. Durch Verfolgung von Kurden Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die meisten aramäischen Christen aus der Region vertrieben, nur wenige kehrten zurück. Heute haben sie es immer noch schwer, die Türkei erkennt sie nicht als Minderheit an. In Schule, Universität und bei Ämtern lautet Bennos Name deshalb Februniye Akol. Der türkische Staat hat ihr diesen Namen verordnet. Zusammen mit Ahmet Türk, dem Oberhaupt eines einflussreichen kurdischen Clans, kandidierte sie für die Kurdenpartei BDP für das Bürgermeisteramt. Die BDP ist der politische Arm der rebellischen Arbeiterpartei Kurdistans, der PKK. PKK-Chef Abdullah Öcalan, der unter anderem wegen Hochverrats und Bildung einer terroristischen Vereinigung im Gefängnis sitzt, hatte angeordnet, auch eine aramäische Kandidatin für die Bürgermeisterwahl aufzustellen.

Kollege hat sich für Christenverfolgung entschuldigt

Benno studiert noch und macht derzeit ihren Magister an der Universität in Mardin. Obwohl ihr Amtskollege Türk sich als früherer Vorsitzender der Kurdenpartei für die Verfolgung aramäischer Christen entschuldigte, glauben viele Aramäer in der Region nicht, dass sich die Kurden tatsächlich für ihre Rechte einsetzen wollen. Benno gibt sich dennoch zuversichtlich: „Die Kurdenpartei hat mich ermächtigt, für mein Volk und seine Rechte zu kämpfen, und das werde ich auch tun“, sagte sie. Vor Benno gab es erst einen einzigen aramäischen Bürgermeister in der Türkei: Sükrü Tutus aus der Nähe von Mardin. 1994 wurde er von Unbekannten vor seinem Haus erschossen, berichtet der Focus. Im „wilden Osten“ der Türkei sei Politik oft ein blutiges Geschäft. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/politik/detailansicht/aktuell/tuerkei-nicht-auf-europakurs-87760/
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/detailansicht/aktuell/christen-in-der-tuerkei-fuerchten-sich-87751/
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/weltweit/detailansicht/aktuell/mutmassliche-christen-moerder-nicht-mehr-in-haft-87609/
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