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Trump-Wahl: Schock für die Berufs-Besserwisser

Donald Trump kann keine Qualifikation für das Amt des US-Präsidenten vorweisen. Die Hysterie in deutschen Redaktionen ist dennoch übertrieben – und offenbart eine gefährliche Arroganz. Ein Kommentar von Moritz Breckner
Von PRO
Er kam, sah und siegte: Donald Trumps Wahlsieg überraschte die meisten Journalisten und Demoskopen
Er kam, sah und siegte: Donald Trumps Wahlsieg überraschte die meisten Journalisten und Demoskopen

In Deutschland hat wieder einmal die Stunde der Bedenkenträger geschlagen. Die Autoren bei Spiegel und Zeit sind entsetzt, Reporter der ARD stehen unter Schock. Rat- und Fassungslosigkeit beherrschen seit der Wahlnacht in Amerika die deutschen TV-Studios und Zeitungsredaktionen.
Erneut ist eine Wahl anders ausgegangen, als von den Berufs-Besserwissern gewünscht. Die ARD-Wahlnacht beispielsweise glich einer Wahlkampfsendung für Hillary Clinton, rezensierte eine Zeitung. Die Enttäuschung war Moderatoren wie Gästen anzumerken. Kein Wunder also, dass die Analysen über „alte weiße Männer“ und ihre „wütende Entscheidung“ nun so gekränkt klingen. Was für den Arbeitslosen aus Ohio gut ist, glauben die Pädagogen in Berlin und Hamburg besser zu wissen als der Arbeitslose aus Ohio selbst. Es ist eine arrogante Sicht der Dinge, die zudem falsch ist. Die Medienelite in Deutschland ist zu selten willens oder fähig, sich in Menschen hineinzuversetzen, die vom eigenen Weltbild abweichen. Das führt zu Frustration, aus der es von AfD über Brexit bis Trump nur einen Ausweg zu geben scheint: Die Wählerbeschimpfung. „Alt“ und „weiß“, beides erst seit Kurzem Schimpfworte, obendrein „ungebildet“, „ängstlich“, „wütend“ und einfach nicht schlau genug, um den Kommentarspalten zu entnehmen, was gut und richtig ist.
Um es klar zu sagen: Der Reality-Star und Krawallmacher Trump hat sich bislang fachlich und charakterlich als unqualifiziert für das Amt des US-Präsidenten gezeigt. Nicht nur Linksliberale, auch sehr viele Konservative haben sich zu Beginn des Jahres zu Recht einen ganz anderen Ausgang erhofft. Jetzt in der Berichterstattung so zu tun, als stünde der Weltuntergang bevor, wird der Situation aber nicht gerecht. Trump wird sich mit qualifizierten Beratern umgeben. Trump muss in Senat und Repräsentantenhaus mit erfahrenen Gegenspielern aus beiden Parteien zurechtkommen. Trump hat einen exzellenten Vizepräsidenten, der notfalls übernehmen kann. Und, wenn man Trump glauben darf: Er hat den ehrlichen Wunsch, seinen Wählern etwas zu liefern. Er weiß, dass er sich nun beweisen muss.

Ein Muster an Großzügigkeit

Ja, wegen Trumps Persönlichkeit und mehrerer seiner politischen Ideen gibt es Grund zu Sorge und Skepsis, die man äußern muss. Aber es ist verfrüht, die Trump-Präsidentschaft schon herunterzuschreiben, bevor sie begonnen hat. Deutsche Berichterstatter sollten sich ein Vorbild nehmen an Megyn Kelly, einer der bekanntesten Journalistinnen der USA. Trump hatte sie über Wochen massiv beschimpft und angedeutet, sie habe menstruiert, weil sie ihm kritische Fragen stellte. Kelly sagte am Mittwoch: „Liebt ihn oder hasst ihn, er wird Präsident unseres Landes. Was er jetzt am dringendsten braucht, sind unsere Gebete.“ Es sei wichtig, Trump Erfolg zu wünschen, und außerdem: Im Zweifel für den Angeklagten. Hillary Clinton äußerte sich am Mittwoch ähnlich.
Von dieser Großzügigkeit können die Deutschen etwas lernen, vom amerikanischen Optimismus sowieso. (pro)Amerika zwischen Traum und Albtraum (pro)
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