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Todenhöfer: Über das Maß hinaus

Der legitime demokratische Aufstand in Syrien hat sich zu einer Mischung aus „fanatischem Religionskrieg und antiisraelischem Stellvertreterkrieg“ entwickelt. Die Zeit der gemäßigten Rebellen sei vorbei, meint der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Todenhöfer in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung zur aktuellen Lage des Landes.
Von PRO

Foto: hydro / Wikipedia (CC-BY-SA-2.0)

Die Vereinten Nationen (UN) prangerten Folter, Mord und Vergewaltigung in Syrien an. Durch die von Washington „abgenickten Geld- und Waffenlieferungen sowie die westlichen Unterstützung für die Rebellen“ werde der Krieg aber weiter angeheizt. Gemäßigte Rebellen gebe es schon lange nicht mehr. Der CDU-Politiker hält die amerikanische Politik in der Region für kurzsichtiger und gefährlicher denn je.

Kämpfen, bis das Regime fällt

Todenhöfer, der seit Beginn des Aufstandes sechs Mal in Syrien war, berichtet von Gesprächen mit Kämpfern, die sich für ein islamisches Kalifat einsetzen: „Wir kämpfen, bis das Regime fällt. Notfalls noch Jahre“, erklärten sie ihm. Beim Einsatz für einen Gottesstaat sei es den Kämpfern auch egal, wie viele unschuldige Menschen sterben müssten und inwiefern ihre Ziele dem Koran entsprächen.

Die schweigende Mehrheit der Bevölkerung sei über den Krieg entsetzt. Der amtierende Präsident Assad habe als Ziel die „Befreiung Syriens von Al Qaida“ und die Wiederherstellung „einer säkularen Gesellschaft, in der alle Religionen einen Platz haben“ gefordert. Für dieses Ziel sei er auch zu Zugeständnissen bereit. Um das Land nicht dem Chaos zu überlassen, wolle er auch bei der nächsten Präsidentschaftswahl kandidieren.

Fähig, auch den Westen anzugreifen

Aus Todenhöfers Sicht wurde Al Qaida erst in Syrien zu einer großen Organisation und mit jedem Kriegstag „mächtiger, attraktiver, ja sogar respektierter“. Arabische Medien würden deren Heldentaten feiern. Diese halten sie sogar für fähig genug, eines Tages auch den „Westen anzugreifen“.

Jürgen Todenhöfer saß von 1972 bis 1990 für die CDU im Bundestag. Der promovierte Jurist war einer der bekanntesten deutschen Unterstützer der von den USA geförderten Mudschahidin und deren Guerillakrieg gegen die sowjetische Besetzung Afghanistans. Mehrfach reiste Todenhöfer in Kampfzonen zu afghanischen Mudschahidin-Gruppen. Ab 2001 profilierte sich der CDU-Politiker als Kritiker der amerikanischen Intervention in Afghanistan und dem Irak, über die er mehrere Bücher schrieb. Zuletzt hat er das Buch „Feindbild Islam“ veröffentlicht. (pro)

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