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Thomas Middelhoff: „Ich danke Gott, dass er mich ins Gefängnis geführt hat“

Vom Handelsmann zum Häftling: Wegen Veruntreuung kam Manager Thomas Middelhoff ins Gefängnis. Er ist dankbar für seine Haftzeit, weil diese ihn nahe zu Gott brachte.
Von PRO
Zu Gast bei der Sendung „Spirit“ von „Kirche in Not“: Thomas Middelhoff

Foto: Kirche in Not

Zu Gast bei der Sendung „Spirit“ von „Kirche in Not“: Thomas Middelhoff

Thomas Middelhoff war ein Top-Manager. Doch dann wurde er wegen Untreue zu einer dreijährigen Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt. Im Gefängnis erlebte der Katholik eine Sehnsucht nach Gott – und erneuerte sein Glaubensleben. Darüber berichtete der 65-Jährige in einem Interview des katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“, das diese Woche unter anderem auf BibelTV ausgestrahlt wird.

Der ehemalige Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann AG und der damaligen KarstadtQuelle AG sagt im Gespräch mit „Kirche in Not“: „Ich danke Gott, dass er mich ins Gefängnis geführt hat.“ Wie er berichtet, hatte Middelhoff schon als Kind und Jugendlicher mit dem katholischen Glauben zu tun, aber nie selbstständig in die Bibel geschaut. Während seiner Haft entwickelte sich in ihm der Wunsch, in der Bibel zu lesen. Er verordnete sich täglich eine halbe Stunde Lektüre, morgens um fünf begann er damit. Bei den Geschichten reflektierte er sein Leben. Als er über Hiob las, der viel Leid ertragen musste, erkannte Middelhoff, wie gut er es hatte.

„Gefängnispfarrer hatte sich viel anzuhören“

Der Katholik betete täglich erst einmal, später zweimal das katholische Rosenkranzgebet. Dadurch habe er „einen fast meditativen Zugang“ zu Gott empfunden, sagte er. Das vermisse er heute teilweise, weil er durch Vorträge und Lesungen eingebunden sei.

Einen Auszug aus dem Interview veröffentlichte „Kirche in Not“ auch bei YouTube

Middelhoff ist der festen Überzeugung, dass ihn Gott mit der Haft dazu bringen wollte, über sein Leben und darüber, wie er es führte, nachzudenken. Er sei vorher bereits gläubiger Katholik gewesen, erzählt er in dem Interview, sei aber mit 17 Jahren das letzte Mal bei der Beichte gewesen. „Ich bin dann zum ersten Mal in dem Gefängnis zum Gefängnispfarrer zur Beichte gegangen. Und der hatte sich dann viel anzuhören“, sagte der ehemalige Manager mit einem Schmunzeln.

Besser leben mit weniger

In den Jahren im Gefängnis lernte er, was ihm etwas bedeutete: „Dir geht es eigentlich immer besser, je mehr dir weggenommen wird.“ Dadurch habe er eine Leichtigkeit entwickelte. Er sieht den Weg, den er gehen musste, nicht negativ. „Die Krise fasse ich nicht als Drama auf, sondern als Chance. […] Wenn ich zurückschaue, bin ich voller Dankbarkeit.“

„Dr. Thomas Middelhoff – In die offene Hand Gottes gefallen“, BibelTV, 24. Oktober, 15:30 Uhr, und 25. Oktober, 10:30 Uhr, sowie in der „Kirche in Not“-Mediathek

Von: Martina Blatt

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