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Thomas Gottschalk: “Frohe Botschaft – das nehme ich ernst”

Wer verrückte Wetten ansagen kann, der muss auch vor Gott Worte finden. Das zumindest findet Thomas Gottschalk. Zusammen mit der Familie von Samuel Koch betete er nach dessen Unfall das Vaterunser. In der aktuellen Ausgabe des "Spiegel" spricht der Moderator über das Evangelium, Nächstenliebe und seine Beziehung zu Gott.
Von PRO

Foto: Carmen Sauerbrei/ZDF

Vor allem der Glaube habe Gottschalk nach dem Unfall von Wettkandidat Samuel Koch geholfen, den Schock zu verarbeiten. Das sagte der 61-jährige Moderator nun gegenüber dem Magazin "Der Spiegel". "Auch die negativen Seiten der Wirklichkeit habe ich immer besser bewältigen können, weil ich mein Gottvertrauen habe." Wer skurrile Wetten anmoderiere, der "muss auch Worte finden, wenn ein Mensch bei dem Versuch, über ein Auto zu springen, auf den Rücken fällt." Samuel Koch war im Dezember vergangenen Jahres in der ZDF-Sendung verunglückt und ist seitdem querschnittsgelähmt.

Gottschalk sei sehr von der Reaktion des Studenten sowie von dessen Familie beeindruckt gewesen. "Die haben eine große Frömmigkeit und einen festen Glauben", sagte der Moderator. "Schon am Tag nach dem Unfall habe ich in der Frühe mit der Familie im Hotelzimmer ein Vaterunser gebetet. Das hat uns eine gemeinsame Ebene gegeben, ihnen in ihrer Verzweiflung, mir in meiner Ratlosigkeit."

Gemeinsames Gebet mit Samuel Koch

Der Unfall von Koch habe viele Gedanken in ihm ausgelöst. "Natürlich stelle ich mir viele Fragen, nachdem ich gesehen habe, wie ein Mensch aus nichtigstem Anlass – um eine Wette zu gewinnen! – aus der Bahn seines Lebens geworfen worden ist." Das Beten habe ihn daher sehr berührt. "Da war plötzlich eine Nähe da, auch eine Form von Geborgenheit. Später habe ich auch mit Samuel gebetet, als ich ihn besucht habe."

In dem "Spiegel"-Gespräch erzählt der Entertainer und bekennende Katholik auch, dass er von Kindheit an im Glauben aufgewachsen sei. "Ich habe bisher keinen Grund gehabt, ihn aufzugeben". Er sei davon überzeugt, dass "ein gläubiger Mensch und ein fröhlicher Mensch nicht nur deckungsgleich sein können", sondern es sogar sein sollten. "Evangelium heißt ja auch frohe Botschaft – das nehme ich ernst."

"Nächstenliebe hat Priorität"

An Zufall und Schicksal glaube der ZDF-Moderator nicht. "Aber ich glaube sehr wohl, dass dort oben einer mein Leben lenkt." Er sei in seinem Leben schon durch Höhen und Tiefen gegangen, er habe "helle und dunkle Ecken" ergründet. "Aber auch da habe ich Gott nicht verloren, und ich habe auch nie den Eindruck gehabt, dass er mich dort vergessen hätte."

Vor allem das Gebot der Nächstenliebe sei für ihn von großer Bedeutung. In seiner persönlichen Umgebung versuche er, "die wesentliche Anforderung des Christentums zu erfüllen: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." Und das wolle er nicht nur theoretisch machen, sondern auch in der Praxis umsetzen. "Ich will für meine Frau und meine Kinder, wenn sie mich brauchen, genauso da sein wie für alle anderen, für die ich verantwortlich bin, Putzfrau oder Gärtner." Er trage seinen Glauben aber nicht zur Schau. "Das muss keiner wissen", sagte Gottschalk. "Ich bin ja nicht als Werbebeauftragter des deutschen Katholizismus im Fernsehen unterwegs."

"Lebensglück als Christ"

Auch seine Begabung als Moderator ist für ihn nicht selbstverständlich. "Ich muss mir keine Pseudofröhlichkeit zurechtlegen oder zurechtlegen lassen, sondern bin vor der Kamera weitgehend so, wie Gott mich geschaffen hat." Er empfinde das als "ein großes Geschenk".

Mit zunehmendem Alter denke er auch öfters über das Sterben nach: Er sehe zwar einen "coolen Greis", wenn er nach vorn schaue – "aber nichtsdestotrotz wird mir immer deutlicher, dass das Ganze hier ein Ende finden wird." Da lebe es sich besser in dem Glauben, dass nicht alles vorbei sei. Sein Fazit lautet daher: "Ich habe mich nicht um mein Lebensglück gebracht, indem ich dieses als Christ gelebt habe, bei weitem nicht."

Nach dem Unfall hatte Gottschalk bekannt gegeben, dass er bei "Wetten, dass..?" aussteigen wolle. Der 61-Jährige will am 3. Dezember zum letzten Mal die  beliebte Fernsehsendung moderieren. Seine Nachfolge ist bisher noch ungeklärt. (pro)

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