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Terroristischer Islam oder nur islamischer Terror?

Ist der Islam terroristisch oder nur der Terror islamisch? Über diese Frage diskutierten die Gäste der Sendung „Hart aber fair“ einmal mehr. Der hessische Landesvorsitzende des Zentralrats der Muslime, Abdassamad El-Yazidi, ist überzeugt, dass sich in Sachen Gewalt die Weltreligionen nicht sonderlich unterscheiden.
Von PRO
Der hessische Landesvorsitzende des Zentralrats der Muslime El-Yazidi ist überzeugt: Alle Weltreligionen haben ein Problem mit Gewalt

Foto: WDR/Oliver Ziebe

Der hessische Landesvorsitzende des Zentralrats der Muslime El-Yazidi ist überzeugt: Alle Weltreligionen haben ein Problem mit Gewalt
Die Sendung „Hart aber fair“ am Montagabend klärte auf: Es gibt 8.650 Salafisten in Deutschland, die Zahl hat sich laut Bundeskriminalamt innerhalb der letzten vier Jahre mehr als verdoppelt. Von ihnen sind 474 als „Gefährder“ eingestuft, die Hälfte von ihnen ist derzeit im Ausland aktiv. Der hessische Landesvorsitzende des Zentralrats der Muslime, Abdassamad El-Yazidi, sagte in der Sendung, die heiligen Schriften aller abrahamitischen Religionen seien sich sehr ähnlich. Daher könnte man genauso gut die Mitglieder aller christlichen Kirchen als potentielle Terroristen ansehen. Dem widersprach der Historiker Michael Wolffsohn. Der Koran bezeichne etwa in den Suren zwei, fünf und sieben Juden als Schweine oder Affen, die man töten könne. „Sie finden auch im Alten Testament brutale Stellen, wo aufgefordert wird, Amalek zu vernichten. Nun ist aber Amalek schon seit dem sechsten vorchristlichen Jahrhundert nicht mehr vorhanden. Wenn aber von Juden als Schweinen und Affen die Rede ist, die man töten kann, dann gibt es diese Regel immer noch“, sagte Wolffsohn. Das Judentum und das Christentum hätten sich in der Zwischenzeit von der Tradition der Gewalt gelöst. Im Islam habe diese Distanzierung noch nicht eindeutig stattgefunden.

„Ein Prozent kann Verheerendes anrichten“

Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, sagte: „Jeder, der sagt: ‚Das hat überhaupt nichts mit dem Islam zu tun‘, der redet nicht die Wahrheit und guckt nur an der Oberfläche. Aber jemand, der sagt: ‚Das hat alles nur etwas mit dem Islam zu tun‘, der hat auch nicht Recht.“ Junge Männer, aber zunehmend auch Frauen, die nach einer Perspektive suchen, seien anfällig für die Botschaften und einfachen Antworten von Salafisten. Von Religion wüssten die jugendlichen Salafisten oft nur sehr wenig, sagte Göring-Eckardt. Den Dschihadismus sieht sie eher als Sekte denn als Religion. Die Grünen-Politikerin betonte, dass die große Mehrheit des Muslime in Deutschland friedlich sei. Gewaltbereite Islamisten machten höchstens ein Prozent aus. Moderator Frank Plasberg fügte hinzu: „Aber das eine Prozent kann Verheerendes anrichten, wie wir wissen.“ Der n-tv-Journalist Constantin Schreiber warnte davor, jeden Zusammenhang zwischen Islam und Terror zu negieren. Wenn sich Menschen im Namen des Islam in die Luft sprengen, liege es auf der Hand, dass es die Verbindung zwischen dieser Religion und Terror gebe. „Gelebter Islam bedeutet in vielen Ländern Terror. Das heißt nicht, dass alle Muslime Terroristen sind, sondern dass Terrorismus ein Teil des Islam ist“, sagte Schreiber. Er fordert von den islamischen Verbänden in Deutschland mehr Engagement gegen Terrorismus. Schreiber bringt in seiner Sendung „Marhaba – Ankommen in Deutschland“ auf n-tv Flüchtlingen Deutschland nahe, er moderiert und produziert zudem TV-Sendungen im Nahen Osten in arabischer Sprache. Weiterer Gast der Sendung war Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA). Er erklärte: „Wir sehen in den letzten Monaten, dass die Propaganda immer mehr in Richtung Europa geht.“ Nicht alles sei auf Deutschland ausgerichtet, aber das Land sei auch im Fokus der Terroristen. Ein Ziel sei vor allem, Angst vor Terror zu schüren. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/fernsehen/detailansicht/aktuell/hart-aber-fair-terror-gegen-die-freiheit-94077/
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/islamforscher-integrationsprobleme-nicht-nur-auf-religion-schieben-95578/
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/uebergriffe-auf-christliche-fluechtlinge-kein-massenphaenomen-95659/
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