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Terrence Malick dreht Film über Widerstandskämpfer

Der amerikanische Regisseur Terrence Malick will das Leben des österreichischen Widerstandskämpfers Franz Jägerstätter verfilmen. Der Widerständler wurde 2007 von Papst Benedikt XVI. seliggesprochen.
Von PRO
Den Widerständler Franz Jägerstätter (links) soll im neuen Film von Terrence Malick der deutsche Schauspieler August Diehl darstellen (rechts)

Foto: Sziklai (gemeinfrei) / avda-foto (CC BY-SA 2.0)

Den Widerständler Franz Jägerstätter (links) soll im neuen Film von Terrence Malick der deutsche Schauspieler August Diehl darstellen (rechts)
Terrence Malick gilt als Ausnahmeregisseur in Hollywood. Sein Kriegsepos „Der schmale Grat“ wurde 1999 siebenfach für den Oscar nominiert. Der gläubige katholische Amerikaner ist der Poet unter den Hollywood-Regisseuren. Er studierte Philosophie und schrieb seine Doktorarbeit über Heidegger und Wittgenstein. Seinen neuen Film widmet er dem Kriegsdienstverweigerer Franz Jägerstätter, der von den Nazis zum Tode verurteilt wurde. Das teilte das Medienboard Berlin-Brandenburg mit. Franz Jägerstätter gilt als prominenteste österreichische Symbolfigur des Widerstands gegen den Nationalsozialismus. Dem Bauern aus dem oberösterreichischen Dorf St. Radegund wurde vor allem nach seiner Hochzeit mit Franziska 1935 sein Glaube immer wichtiger. Er ging regelmäßig in den Gottesdienst. Statt einer Bauernhochzeit für das Dorf machten beide eine Hochzeitsreise nach Rom, später wurde er Messner in der Pfarrkirche. Im Januar 1938 sah er in einem Traum einen schönen Zug, in den immer mehr Menschen einstiegen, auch Kinder. Dann sagte ihm im Traum eine Stimme: „Dieser Zug fährt in die Hölle.“ Dann war es ihm, als nehme ihn jemand bei der Hand. Den Zug deutete Jägerstätter als Symbol für den Nationalsozialismus, und in ihm wuchs die Überzeugung, diese Ideologie sei mit dem katholischen Glauben unvereinbar. Bei der Volksabstimmung über den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 gab er in seinem Ort die einzige Nein-Stimme ab. Die Wahlbehörde ignorierte seine Gegenstimme und meldete eine hundertprozentige Zustimmung für den Anschluss. Diesen Tag bezeichnete Jägerstätter später als den „Gründonnerstag Österreichs“, denn „dort ließ sich die Kirche Österreichs gefangennehmen“. Nach dem Anschluss lehnte Jägerstätter das ihm angebotene Amt des Bürgermeisters ab.

Ein Traum warnte vor den Nazis

Jägerstätter, der drei Töchter hatte, begründete seine Ablehnung des Nationalsozialismus mit der Bibel und erklärte öffentlich, dass er als gläubiger Katholik keinen Wehrdienst leisten dürfe. Seine Umgebung versuchte, ihn umzustimmen und erinnerte ihn an die Verantwortung für seiner Familie. Nach der Erklärung seiner Wehrdienstverweigerung wurde er nach Linz ins Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis gebracht. In Haft erfuhr er, dass noch andere gläubige Katholiken den Wehrdienst verweigert hatten, darunter ein Pater, was ihn in seiner Annahme bestätigte, das Richtige zu tun, auch wenn das Gros seines Umfeldes den Nationalsozialisten folgte. Am 6. Juli 1943 verurteilte ihn das Reichskriegsgericht in Berlin-Charlottenburg wegen Zersetzung der Wehrkraft zum Tode. Franz Jägerstätter wurde am 9. August 1943 in das Zuchthaus Brandenburg an der Havel gebracht und dort um 16 Uhr durch das Fallbeil hingerichtet. In einem seiner letzten Briefe schrieb er aus der Todeszelle an seine Töchter: „Gott der Herr er möge uns allen in der letzten Stunde zu Hilfe kommen. Sorget auch nicht so ängstlich ums Irdische, der Herr weiß ja auch da, was wir brauchen so lange wir als Pilger auf dieser Welt sind.“ Im Jahr 2007 erklärte Papst Benedikt XVI. Jägerstätter zum Märtyrer und sprach ihn selig.

August Diehl übernimmt Hauptrolle

Jägerstätter wurde 1943 wegen „Wehrkraftzersetzung“ hingerichtet – im selben Jahr, in dem Terrence Malick geboren wurde. Dessen Film trägt den Arbeitstitel „Radegund“. Der Name bezieht sich auf den Geburts- und Wohnort Jägerstätters, St. Radegund in Oberösterreich. Die Heilige Radegund, deren Name auf Althochdeutsch „Beraterin im Kampf“ bedeutet, lebte im sechsten Jahrhundert und war die Ehefrau des fränkischen Königs Chlothar I. und Tochter des Königs von Thüringen. Nachdem Chlotar ihren Bruder ermordet hatte, verließ sie ihre Ehemann und gründete in Poitiers ein Kloster und kümmerte sich um Kranke und Arme. Sie wurde im 9. Jahrhundert vom Papst heiliggesprochen. Die Rolle des Franz Jägerstätter in Malicks Film „Radegund“ soll der deutsche Schauspieler August Diehl („Inglourious Basterds“, „23 – Nichts ist so wie es scheint“) übernehmen. An seiner Seite wird die österreichische Schauspielerin Valerie Pachner zu sehen sein. Das Medienboard Berlin-Brandenburg wird das Projekt mit 400.000 Euro unterstützen. Produziert wird in diesem Sommer im Studio Babelsberg in Potsdam und an anderen Orten in Europa, wie etwa in Südtirol. Der Regisseur Terrence Malick hat sich in seinen Filmen immer wieder religiösen Themen gewidmet. Das Monumentalwerk „The Tree of Life“ (2011) begleitet die Protagonisten bei ihren Gedanken und Gebeten und ihrem Fragen nach Gott. In „To the Wonder“ (2013) geht es um die Liebe als alles verbindende Element im Universum. Javier Bardem spielt darin den Priester Quintana, der auf der Suche nach der göttlichen Liebe ist, und seine Predigten durchziehen den Film. In „Knight of Cups“ (2014) schickte Malick den Schauspieler Christian Bale auf eine Pilgerreise und die Suche nach sich selbst. Die Hauptfigur hangelt sich von Frau zu Frau, von Party zu Party und von Religion zu Religion durchs Luxusleben, doch er findet am Ende keine Erfüllung. (pro)
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