„Terra XPlore“: Der Glaube kann Hilfe und Antworten geben

Die christlichen Kirchen verlieren Mitglieder. Aber der Glaube an Gott oder etwas Größeres ist für viele Menschen sehr wichtig. Leon Windscheid sucht in der neuesten Folge „Terra Xplore“ nach Antworten, warum das so ist.
Von Johannes Blöcher-Weil
Leon Widnscheid sucht für die neuesteAusgabe von Terra Xplore Gläubige verschiedener Glaubensrichtungen auf

Seit Beginn der Menschheit begleitet der Glaube die Menschen in unterschiedlichen Facetten. Der Psychologe Leon Windscheid fragt in der neuesten Folge von „Terra Xplore“, warum es ein so starkes Bedürfnis nach Glauben gibt. Dabei begibt er sich auf Spurensuche bei Angehörigen aller Religionen und Wissenschaftlern.

Dass der Glaube Trost spenden und Antworten geben kann, hat die 33-jährige Angela erlebt. Nach dem Tod ihres neugeborenen Kindes hat sie Hilfe gesucht und Antworten auf ihre Fragen bei Gott und in der Gemeinde gefunden. Sie hat dabei vor allem von der Hoffnung profitiert, die christlicher Glauben vermittelt.

Ihr Seelsorger habe ihr Verständnis entgegengebracht und ihr Interesse an Religion und Kirche sei auch dadurch gewachsen. Heute bringe sie sich sogar in der Gemeindeleitung ein. „Gott hat es leichter gemacht, durch die Phase durchzukommen.“ Der Glaube gebe ihr Geborgenheit und die Zuversicht, dass nach dem Tod nicht alles vorbei sei.

Angst vor dem Tod sensibilisiert Menschen

Aus Sicht des Sozialpsychologen Detlef Fetchenhauer könne Religion dabei helfen, mit offen Fragen und Schwierigkeiten im Alltag zurecht zu kommen. Vor allem die Angst vor dem Tod und Sterben sensibilisiere oft für Religion und Kirche. Vielen nähmen aber auch andere spirituelle Angebote in Anspruch, weil Amtskirchen zu viele Vorschriften machten, wie der Glaube zu leben sei.

Aus wissenschaftlicher Sicht sei es so, dass die Menschen das Bedürfnis hätten, die Welt besser zu verstehen. Angstsituationen und Krisen würden für den Glauben sensibilisieren, erklärt Windscheid. Wer sich anderen zugehörig fühle, könne die Welt besser einordnen. Und weil der Mensch die Verbindungen mit anderen suche, helfe Gemeinde und gebe ihm Stabilität.

In einem Sozialexperiment treffen unterschiedliche Menschen mit ihren Perspektiven aufeinander: Eine ehemals gläubige Frau schätzt die Vorzüge des Glaubens. Sie selbst habe aber ihren Glauben verloren und könne auch nicht mehr an einen Gott glauben, der dafür gesorgt habe, dass sie ihren Glauben verliere.

Kirche repräsentiert nicht mehr die eigenen Werte

Für den 20-jährigen Timotheus ist Gott ganz klar die Bezugsperson, mit der er über die wichtigsten Dinge seines Lebens redet. Zu Wort kommt aber auch die Mittdreißigerin Lisa, die als junge Frau vom Katholizismus zum Islam konvertiert ist. Sie sagt, dass ihr ohne den muslimischen Glauben für ihr Leben trotz mancher Zweifel ein tieferer Sinn fehle.

Yasemin El-Menouar, die den „Religionsmonitor“ der Bertelsmann-Stiftung erhebt, betont, dass sich Menschen zwar von der Institution Kirche abwendeten, aber nicht von der Religion. Die Kirche repräsentiere nicht mehr ihre Werte und sei deswegen nur noch eine spirituelle Option von vielen. Religiöse Menschen seien durch ihr freiwilliges Engagement oder Hilfe in Krisensituationen trotzdem extrem prägend für die Gesellschaft.

Windscheid gibt in den 45 Minuten einen guten und ausgewogenen Überblick über die vielen Facetten des Glaubens. Er zeigt, wie viel Gemeinschaft und Zugehörigkeit Glaube stiften kann, aber auch wie er Konflikte schürt oder in ethischen Fragen oder beim absoluten Wahrheitsanspruch spaltet. Die Spurensuche hat den Horizont des erklärten Atheisten Windscheid erweitert. Ob er selbst einmal glauben kann: diese Option ist für ihn eher unwahrscheinlich.

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