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Tebows großer Wurf in den Medien

Der Quarterback Tim Tebow, der während seiner Football-Spiele mit großer Geste betet, erhält weiterhin große öffentliche Aufmerksamkeit. Da nun auch der sportliche Erfolg hinzukommt, fragt sich Amerika, ob Gott tatsächlich in das Spiel eingreift.
Von PRO

Foto: Focus on the Family

Diese Zahl interessiert nicht nur die Freunde der Statistik: Im letzten Spiel gegen die Pittsburgh Steelers am 8. Januar 2012 hat der Quarterback der Denver Broncos, Tim Tebow, eine Wurfdistanz von insgesamt 316 Yards zustande gebracht. Für diese drei Ziffern ist Tebow auch in anderer Hinsicht weltbekannt: Hin und wieder malt er sich auf seine Schattierung unter den Augen "John 3:16", und macht somit ein Millionenpublikum auf den Vers im Johannes-Evangelium aufmerksam.

Ein Quarterback, der polarisiert

Und tatsächlich mutierte diese Bibelstellen-Angabe nach dem neuerlichen Sieg für einige Zeit zum meistverwendeten Suchbegriff bei der Internet-Suchmaschine "Google". Dies war schon einmal der Fall, als sich Tebow für das Finale der Football-Jugendmeisterschaft 2009 "John 3:16" unter die Augen geschrieben hatte. Von da an ist er vielen als begabter und gläubiger Nachwuchsspieler ein Begriff geworden. Seit 2010 spielt er in der Profiliga NFL, wo er durch sein auffälliges Gebet während des Spiels die Aufmerksamkeit auf sich lenkt.

Während der Anfangszeit als Profi bei den Denver Broncos ist Tebow allerdings in Misskredit geraten. Kritiker monierten, Tebow bekomme angesichts seiner mittelmäßigen sportlichen Leistungen zu viel mediale Aufmerksamkeit. Er sei nur wegen seines Gebetes im Gespräch. Anhänger Tebows verstanden diese Kritik als Angriff auf Tebows Glauben und unterstützten ihn umso mehr, was wieder die Kritiker auf den Plan rief. Auf diese Weise wurde eine öffentliche religiöse Geste, in Amerika eigentlich nichts Ungewöhnliches, zu einem vieldiskutierten Phänomen.

Vielsagende Statistik?

Nun aber glänzt Tebow auch mit sportlichen Leistungen: So gelang dem 24-Jährigen im Spiel gegen das favorisierte Pittsburgh in der Nachspielzeit ein spektakulärer Pass, der zu einem Touchdown und somit zum Sieg führte. Mit diesem Wurf kam der Quarterback nicht nur auf besagte 316 Yards. Er erreichte damit auch einen Durchschnitt von 31,6 Yards pro Wurf. Und in der letzten Viertelstunde der Fernsehübertragung sahen 31,6 Millionen Menschen zu. Angesichts dieser übereinstimmenden Zahlen fragen sich viele Zuschauer, ob Gott in das Spiel eingegriffen hat. Immerhin glauben einer Umfrage von "Poll Position" zufolge 43 Prozent der Amerikaner, die vom Erfolg Tebows wussten, dass Gott Einfluss auf das Spiel hatte.

Bibelverse in den Medien

Erfolg hat Tebow offenbar auch in den Medien. Besonders sein neuerlicher Triumph führte dazu, dass die Bibelstelle Johannes 3,16 Sportmagazine und Zeitungen nicht nur erwähnt, sondern voll ausgeschrieben haben. Dies gilt auch für Deutschland: Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" schrieb den Vers in einem Bericht über Tebow – neben einem weiteren zum Thema Gebet – voll aus.

Lee Henderson vom Online-Magazin "Yahoo Sports" drehte das Spiel weiter und suchte anhand der Wurfdistanzen Tebows aus früheren Spielen nach Bibelversen. Im ersten Spiel der Saison waren es etwa 79 Yards – und gefunden ward eine "exzellente Bibelstelle": Prediger 7,9, wo es heißt: "Sei nicht schnell, dich zu ärgern; denn Ärger ruht im Herzen des Toren." Der Artikel nimmt diese Methode natürlich nicht ganz ernst. Aber auf diese Weise kommt er auf elf weitere Verse, von denen er zehn auf "Yahoo Sports" wörtlich zitiert.

Ob erfolgreich oder nicht – Tebow hat sich einen Namen gemacht. Sein Gebet während des Spiels, bei dem er sich mit einem Knie niederbeugt und sein Haupt senkt, wird "Tebowing" genannt. Der Sohn eines christlichen Missionar-Ehepaars betont, sein Ziel bestehe darin, "den Herrn zu ehren, egal, ob ich gewinne oder verliere". Zur Zeit überwiegt freilich der Erfolg: Tebow steht mit den Denver Broncos im Viertelfinale der amerikanischen Football-Liga und trifft im nächsten Ausscheidungsspiel am 15. Januar auf die New England Patriots aus Boston. (pro)

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