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Syrien: Zunehmende Bedrohung für Christen

Die Lage für die Christen in Syrien wird immer schwieriger. Wie die Menschenrechtsorganisation „Open Doors“ in einer Pressemitteilung meldet, kontrollierten die Islamisten vor allem den nördlichen Teil des Landes. Dort hat sich die Gruppe „Islamischer Staat Irak und Syrien (ISIS)“ ausgebreitet.
Von PRO
Die Lage für die Christen in Syrien spitzt sich zu. Dies meldet die Menschenrechtsorganisation Open Doors

Foto: Johannes Gerloff

Die Lage für die Christen in Syrien spitzt sich zu. Dies meldet die Menschenrechtsorganisation Open Doors

Open Doors beruft sich auf mehrere Quellen, nach denen die Rebellen der ISIS Städte wie Keftin, Tal Rifat, Azaaz, Ad Dana, Dar Ta Izzah, Binnish, Taqqa, Ma‘arrat, Misrin, Jarablus und Al-Baab unter ihre Kontrolle gebracht haben. Viele Christen mussten diese Regionen verlassen und leben nun als Flüchtlinge. In anderen Städten seien die Rebellen stark präsent.

„Niemand hat uns gehört“

Die Christen nehmen diese Entwicklung sehr ernst, vor allem weil die ISIS an einem der heftigsten Angriffe seit Beginn des Bürgerkrieges beteiligt war, dem 45 Christen zum Opfer fielen. Bischof Silvanus, der Metropolit von Homs und Hama, sagt zu der verheerenden Attacke auf die christliche Stadt Sadad: „Was dort passiert ist, war das bisher schlimmste Verbrechen an Christen in den vergangenen zweieinhalb Jahren. Wir haben in die Welt hineingerufen und niemand hat uns gehört. Wo ist das christliche Gewissen der Welt? Wo sind unsere Glaubensgeschwister?“

Verbrennung von Bibeln und christlichem Material

Aus anderen Landesteilen erreichten das überkonfessionelle Hilfswerk Open Doors Berichte über Verbrennung von Bibeln und anderer christlicher Literatur vor Kirchen. In Tal Abyad wurde das Kreuz an einer Kirche heruntergerissen und zerstört. Auch diese Angriffe sollen auf das Konto der ISIS-Rebellen gehen. Der syrische Menschenrechtler Rami Abdul Rahman schätzt die ISIS als „die stärkste Gruppe im Norden Syriens“ ein:. „Versöhnung wird nur dann möglich sein, wenn die einzelnen Gruppen ohne Vorbedingungen beginnen, miteinander zu reden“, hofft Bischof Elias Sleiman aus Nordostsyrien.
Open Doors versorgt in Zusammenarbeit mit örtlichen Kirchen in Syrien mittlerweile 9.000 Flüchtlingsfamilien mit Lebensmitteln und sonstigen Gütern. Die Organisation hat eine internationale Syrien-Petition zur Situation der Christen in Syrien gestartet, die im Dezember an die Bundesregierung, die Europäische Union und die Vereinten Nationen übergeben werden soll. Bisher haben diese 66.000 Personen unterzeichnet. Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors, einer Rangliste der Länder, in denen Christen am stärksten bedrängt werden, belegt Syrien aktuell Platz 11. (pro)

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