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Südkoreanischer Pastor lobt Einsatz für verfolgte Christen in Nordkorea

Auf Einladung des Beauftragten der Deutschen Evangelischen Allianz am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung, Wolfgang Baake, haben der Hauptpastor der koreanischen "Sarang Community Church" in Seoul, John Jung-Uyun Oh, und eine siebenköpfige Delegation Berlin besucht.
Von PRO

Foto: pro

Die Gäste wurden vom Leiter des Bibelseminars Bonn, Heinrich Derksen begleitet. Dabei kam es auch zu politischen Gesprächen mit dem Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, und dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen und Co-Vorsitzenden des Deutsch-Koreanischen Forums, Hartmut Koschyk (MdB).

In dem Gespräch mit Volker Kauder informierte Pastor Oh über die Situation der verfolgten Christen in Nordkorea. Er dankte Volker Kauder, dass er als "einer der einflussreichsten Spitzenpolitiker Deutschlands" und die gesamte CDU/CSU-Bundestagsfraktion sich so engagiert für die verfolgten Christen in der Welt einsetzten und hier besonders auch die Situation in Nordkorea im Blick hätten.

In dem Zusammenhang bemängelte der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende, dass die Christen im Westen, wenn es um das Problem der Christenverfolgung ginge, sehr oft im "Wort sehr stark, aber in der Tat sehr schwach" seien. Ihm, so Kauder weiter, sei es "ein Herzensanliegen", dass sowohl "die Politik als auch die Medien" an "prominentester Stelle" sich dieses Themas annehmen. Deshalb habe die 2009 geschlossene Koalition dieses Thema ganz oben auf der "außenpolitischen Agenda angesiedelt." Die Abgeordneten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hätten dazu eigens einen "Stephanuskreis" gegründet, der sich schwerpunktmäßig mit diesem Thema beschäftigt. Um das Thema Christenverfolgung auch international noch sehr viel stärker als bisher zu verankern, schlug Kauder eine internationale Konferenz zum Thema Christenverfolgung vor, die von den Regierungen angeregt und vorbereitet werden sollte. Außerdem berichtete Kauder in dem Gespräch vom deutschen Wiedervereinigungsprozess und machte dem koreanischen Gast Mut, sehr engagiert an diesem Ziel festzuhalten und Strategien für den Zeitpunkt, wenn es soweit sein wird, zu erarbeiten.

Hauptpastor Oh zeigte sich in dem Gespräch mit Finanzstaatssekretär Koschyk sehr interessiert an der Rolle Deutschlands in Europa sowie an den Erfahrungen der Deutschen Wiedervereinigung, die dabei helfen könnten, einen Beitrag zur Überwindung der Teilung der koreanischen Halbinsel zu leisten. Ebenfalls regte Hauptpastor Oh an, anlässlich des Reformationsjubiläums im Jahr 2017 ein gemeinsames deutsch-koreanisches Projekt zu entwickeln. Ebenfalls brachte er die Verfolgung christlicher Gemeinschaften in vielen Teilen der Welt zur Sprache.

Wunsch nach Religionsfreiheit in Nordkorea

Finanzstaatssekretär Koschyk zeigte sich zuversichtlich, dass anlässlich des Reformationsjubiläums im Jahr 2017 ein gemeinsames Projekt entwickeln werden könne, das den engen Verbindungen zwischen den evangelischen Kirchen in Deutschland und Südkorea Rechnung trägt. Im Hinblick auf die deutsche Wiedervereinigung hob Finanzstaatssekretär Koschyk die herausragende Rolle der Kirchen bei der Überwindung der Deutschen und Europäischen Teilung hervor. So hatten die Kirchen einen entscheidenden Anteil daran, dass trotz 40 Jahre deutscher Teilung das Zusammengehörigkeitsgefühl der Menschen im Westen und Osten Deutschlands nicht verloren ging. Ebenso waren die Kirchen der Schutzraum der DDR-Bürgerrechtsbewegung gegen den SED-Unrechtsstaat.

"Der Mut der Menschen gegenüber dem Regime hatte viel mit Gottes Geist und der Schutzfunktion der Kirchen zu tun. Ohne die Kirchen in Deutschland, Europa und der Welt wäre das Gottesgeschenk einer friedlichen Wiedervereinigung Deutschlands und Europas wohl nicht zustande gekommen", so Staatsekretär Koschyk. Auch in Korea komme den Kirchen zweifellos eine bedeutende Rolle bei der Überwindung der koreanischen Teilung zu. Koschyk betonte in diesem Zusammenhang, dass es die Pflicht der Demokraten in Deutschland und Südkorea sei, weltweit und damit auch gegenüber Nordkorea für Menschenrechte und Religionsfreiheit einzutreten. Er selbst habe sich bei seinen Besuchen in Nordkorea stets darum bemüht, auch Vertreter der christlichen Kirche zu treffen, auch um damit ein Zeichen für die Religionsfreiheit in Nordkorea zu setzen.

Die "Sarang Community Church" wurde 1978 gegründet und hat heute etwa 95.000 Mitglieder. Die sechs Gottesdienste an einem Sonntag werden von 45.000 bis 60.000 Menschen besucht. Pastor John Jung-Uyun Oh lud Volker Kauder und Hartmut Koschoyk ein, die "Sarang Community-Church" im neuen Gemeindezentrum, das im September 2012 fertiggestellt sein soll, zu besuchen. (pro)

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