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„Suche deinen Weg zu Gott”

Roger Willemsen hat durch seine Konfirmation vor allem den Wert christlicher Ethik erkannt. Samuel Koch sieht sie als Chance, mit der Liebe Gottes konfrontiert zu werden. Und für Margot Käßmann symbolisiert das Ritual das Ja zu einer Gemeinschaft. Prominente wie diese erinnern sich im Buch „Der erste große Auftritt” an ihre Konfi-Erlebnisse.

Von PRO
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Foto: pro/Sharon Nathan CC-BY-SA /Collage pro

Der Publizist Roger Willemsen scherzt noch heute über einen viel zu großen Mantel, den er 1969 zu seiner Konfirmation geschenkt bekam. „Da wächst du noch rein”, habe man ihm damals gesagt. „Ich wäre heute noch nicht drin”, schreibt er. Rückblickend findet der Autor: „Wenn der Konfirmandenunterricht in diesem Ungläubigen, der ich war, etwas hinterlassen hat, dann ein Wissen um das, was Glaubensdinge in der Welt bewirken und verursachen konnten. Abgesehen von meinem rationalen Skeptizismus habe ich auf dem Feld der Ethik gelernt. Ich habe einen Respekt vor allem bewahrt, was Fragen der Transzendenz in den verschiedenen Kulturräumen betrifft.” Anders war es bei dem Studenten Samuel Koch: Er wurde 2002 konfirmiert und ein Jahr zuvor getauft. Im Buch erklärt er: „Der Konfirmationsunterricht ist eine Chance, mit der Liebe Gottes konfrontiert zu werden. Und die sollte man nicht ausschlagen.”

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU), 1986 konfirmiert, fand den Unterricht im Vorfeld überwiegend langweilig, bekam aber klassische Literatur, eine Kamera und eine Bibel geschenkt. Heutigen Konfirmanden rät er: „Erlebe dein erstes Abendmahl bewusst und suche deinen Weg zu Gott.” Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Frank-Walter Steinmeier, erinnert sich daran, wie er für seine Konfirmation Antworten aus dem Heidelberger Katechismus lernen musste. Den Konfirmanden, die an der Schwelle zum Erwachsenwerden stehen, gibt er mit auf den Weg: „Manchmal ist es gar nicht so einfach, selbst zu entscheiden. Mir tut es in solchen Momenten gut zu wissen, dass es Gott gibt, der mich begleitet, dem wichtig ist, dass ich den richtigen Weg finde. Und der mich darauf hinweist, dass ich gar nicht allein bin, sondern dass neben mir Menschen sind, die mir helfen und die umgekehrt vielleicht auch meine Hilfe brauchen.” Katrin Göring-Eckardt, Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, hat sich besonders über die Levis-Jeans zur Konfirmation gefreut, „ein Schatz zu tiefsten DDR-Zeiten”, schreibt sie. Doch das Christ-Sein mache für sie auch in ihrem heutigen politischen Beruf einen Unterschied: „Der nächste Termin, das nächste Interview ist wichtig, und ich mache meine Arbeit gern und mit ganzer Kraft. Doch ich weiß dabei, dass es immer noch etwas Größeres gibt.” Weiter schreibt sie: „Es gibt den einen, der das Leben in seinen Händen hält, vor dem ich klein sein kann und der mich zugleich stark macht. Das ist ein großes Geschenk und eine wunderbare Zusage.”

Lutherbotschafterin Margot Käßmann ist erst mit der Zeit klar geworden, dass die Konfirmation auch bedeutet, dass sie nun zu einer Glaubensgemeinschaft gehöre. „Es geht gar nicht so sehr darum, ob mir der Gottesdienst oder die Kirche ‚etwas bringt’. Ich sage Ja zu dieser Gemeinschaft und diesem Glauben, und das kann mich halten und tragen auch in schweren Zeiten.” (pro)

Burkhard Weitz (Hg.): „Der erste große Auftritt. Erinnerungen an die Konfirmation”, edition chrismon, 127 Seiten, 16 Euro, ISBN 9783869211114

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