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Studie wirft Muslimen Fundamentalismus vor

Eine aktuelle Studie stellt fest, dass die Hälfte aller muslimischen Einwanderer in Europa fundamentalistische Einstellungen vertreten. Ein großer Teil zeigt sich außerdem feindselig gegenüber Homosexuellen, Juden und „dem Westen“.
Von PRO
Marokkanisch- und türkischstämmige Muslime sind oft Fundamentalisten, besagt eine neue Studie

Foto: Jasmin Merdan/Fotolia

Marokkanisch- und türkischstämmige Muslime sind oft Fundamentalisten, besagt eine neue Studie
Die Forscher des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung wollten herausfinden, wie hoch das Fundamentalismus-Potenzial in Europa unter muslimischen Einwanderern ist. Dazu haben sie im Jahr 2008 insgesamt 9.000 Personen aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Österreich und Schweden telefonisch befragt. Sie sind entweder Einheimische oder hatten einen türkischen oder marokkanischen Migrationshintergrund. Über die Hälfte der Muslime mit Migrationshintergrund stimmten laut Studie der Aussage zu, dass die Muslime zu den Wurzeln des Islam zurückkehren sollten. Drei Viertel meinten, dass nur eine Auslegung des Korans möglich ist, an die sich alle Muslime halten sollten und zwei Drittel erklärten, dass ihnen religiöse Regeln wichtiger sind als die Gesetze des Landes, in dem sie leben. Fast die Hälfte der befragten Muslime stimmte allen drei Aussagen zu und gilt den Forschern somit als fundamentalistisch – unter Muslimen in Deutschland trifft das auf jeden Dritten zu. Am seltensten kommen fundamentlistische Überzeugungen laut Erhebung unter Aleviten vor.

Weniger Fundamentalismus unter Christen

Fundamentalismus ist unter Muslimen sehr viel weiter verbreitet als unter einheimischen Christen. Von ihnen stimmte jeder Fünfte der Aussage zu, die Christen müssten zurück zu ihren Wurzeln. Jeder Sechste sagte, es gebe nur eine wahre Auslegung der Bibel und ähnlich viele erklärten, religiöse Regeln seien wichtiger als Gesetze. Vier Prozent stimmten allen drei Aussagen zu. Am ausgeprägtesten ist christlicher Fundamentalismus demnach unter den Anhängern kleinerer protestantischer Gruppen wie den Siebenten-Tags-Adventisten, den Zeugen Jehovas und den Pfingstkirchlern. Etwa jeder Zehnte von ihnen fällt in diese Kategorie. Außerdem haben die Forscher die Feindseliskeit gegenüber Homosexuellen, Juden sowie dem Westen bzw. Muslimen gemessen. Fast jeder zehnte Christ gab an, Juden könne man nicht trauen. Ähnlich viele lehnten Homosexuelle als Freunde ab. Muslimen gegenüber zeigten sich Christen am Feindseligsten. Jeder vierte glaubt, dass diese die westliche Kultur zerstören wollen. Nur 1,6 Prozent zeigten sich gegenüber allen drei Gruppen ablehnend.

Keine Freundschaft mit Schwulen

Auch hier sind die Ergebnisse unter Muslimen weit gravierender: Über die Hälfte will nicht mit Homosexuellen befreundet sein, etwas weniger als die Hälfte zeigte sich antisemitisch und ebensoviele glauben, dass der Westen den Islam zerstören will. Ein gutes Viertel der Muslime ist feindlich gegenüber allen drei Gruppen. Auch hier haben die Forscher unter Aleviten wesentlich geringere Werte gemessen. Ein Achtel von ihnen stimmte allen drei Aussagen zu. Der für die Studie verantwortliche Migrationsforscher Ruud Koopmans räumte im Rahmen der Veröffentlichung ein, dass bestimmte Fatoren die Untersuchungsergebnisse möglicherweise verzerrt hätten: „Da sich die demografischen und sozioökonomischen Profile der muslimischen Einwanderer und der einheimischen Christen stark unterscheiden, und da es aus der Literatur bekannt ist, dass sich marginalisierte Menschen der Unterschicht stärker von fundamentalistischen Bewegungen angezogen fühlen, wäre es natürlich möglich, dass diese Unterschiede auf die soziale Klasse und nicht auf die Religion zurückzuführen sind.“ Eine weitere Analyse habe gezeigt, dass Variablen wie Bildungsniveau, Arbeitsmarktstatus, Alter, Geschlecht und Familienstand zwar Einfluss auf die Ausprägung fundamentalistischer Einstellungen hätten. Die Unterschiede zwischen Muslimen und Christen erklärten sie aber nicht. (pro)
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