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Studie: Soziale Medien statt persönlicher Kontakt

Die Deutschen kommunizieren immer häufiger über soziale Medien. Das geht aus dem neuen Freizeit-Monitor hervor. Die persönlichen Treffen mit Freunden und der Familie werden dagegen weniger.
Von PRO
Die Corona-Pandemie habe die Medien- und Spielsucht unter Kindern befeuert. Dies zeigt eine neue Studie der DAK.
Mobiles Internet liegt im Trend. Doch durch Online-Kontakte kommen persönliche Treffen mit Freunden häufiger zu kurz, wie der Freizeit-Monitor nun zeigt.
Jährlich verfügen die Deutschen über 2.591 Stunden Freizeit, haben Forscher errechnet. Das ist knapp ein Drittel der pro Jahr insgesamt zur Verfügung stehenden Zeit. Aber wie genau gestalten die Deutschen diese freie Zeit? Digitale Medien liegen dabei hoch im Trend, die Oma besuchen weniger. Das zeigt der nun veröffentlichte Freizeit-Monitor 2016, eine Studie der Stiftung für Zukunftsfragen. Die Internetnutzung in der Freizeit ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen, während persönliche Kontakte im Freundeskreis und in der Familie zurückgegangen sind. Hat 2011 noch knapp die Hälfte der Befragten angegeben, in ihrer Freizeit regelmäßig online zu sein, waren es dieses Jahr schon mehr als drei Viertel – das ist eine Steigerung von mehr als 50 Prozent. Drei von vier Bürgern surfen inzwischen mobil auf dem Handy im Internet.

Mediale Kommunikation ersetzt persönliche Kontakte

Wie zu erwarten, sind vor allem die Jungen zwischen 14 und 34 Jahren diejenigen, die sämtliche Funktionen der Smartphones in ihren Alltag integriert haben. Die mittlere Generation zwischen 35 und 54 Jahren nutzt ihr Mobiltelefon am liebsten zur Kommunikation und zum Fotografieren, während sich die Älteren ab 55 Jahre häufig mit der ursprünglichen Funktion des Handys begnügen: telefonieren. Unterdessen dienten die mobilen Geräte häufig als Zeitvertreib – im wahrsten Sinne des Wortes: „Bei vielen Smartphone-Besitzern werden die meisten Funktionen hauptsächlich zur Überbrückung von Wartezeiten und zur Verhinderung von Langeweile verwendet – nach dem Motto: Wenn ich nichts Besseres zu tun habe, beschäftige ich mich mit meinem Smartphone“, stellt Ulrich Reinhart als wissenschaftlicher Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen fest.

Austausch über Medien „meist trivialer als echte Begegnung“

Im Gegensatz dazu ist im Vergleich zu 2011 ist die Zahl jener, die regelmäßig Freunde und Bekannte zu sich nach Hause einladen, um ein Drittel zurückgegangen. Die Häufigkeit gemeinsamer Unternehmungen ist ein gutes Viertel gesunken. Einen Rückgang in ähnlicher Größenordnung gibt es bei Enkelkindern, die sich regelmäßig mit ihren Großeltern treffen und umgekehrt. Dennoch führen 70 Prozent der Befragten an, dass sie regelmäßig „über wichtige Dinge reden“. Doch passiert das eben immer häufiger über Medien. „Dieser Austausch ist meist oberflächlicher oder trivialer als eine echte Begegnung“, gibt Reinhardt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zu bedenken. Weniger Befragte als vor fünf Jahren gaben an, ein Buch zu lesen, Mittagsschlaf zu machen oder mit den Kindern zu spielen. Jedoch nehmen sportliche Aktivitäten wie Radfahren oder ein Fitnessstudio zu besuchen zu. Im Vergleich zu vor fünf Jahren gab ein knappes Drittel mehr an Personen an, Musik zu hören.

Fernsehen liegt weiter im Trend

Auch in Zeiten von Netflix, Amazon Prime und YouTube hat das lineare Fernsehen offenbar noch lange nicht ausgedient, denn 97 Prozent der Befragten sitzen weiterhin mindestens einmal pro Woche vor dem Fernseher. 90 Prozent hören Radio und immerhin drei von vier Personen lesen regelmäßig Zeitungen und Zeitschriften. Damit gibt es in etwa gleich viele Zeitungsleser wie regelmäßige Internetnutzer. Die Befragten gaben an, dass ihnen die Regeneration und das Pflegen von sozialen Kontakten weiterhin wichtig sind. Die Stiftung für Zukunftsfragen hat im Juni etwa 3.000 Deutsche ab 14 Jahren für den Freizeit-Monitor interviewt. Die Studie wird seit 1992 erhoben. Die British American Tobacco, der zweitgrößte Tabakkonzern der Welt, finanziert die Stiftung. Bei der Finanzierung handele es sich laut einer Sprecherin der Stiftung um eine „Corporate Social Responsibility“-Initiative. So wird gesellschaftliches Engagement von Unternehmen bezeichnet, das unter anderem der Imagepflege dient. Laut dpa bezeichnen Fachleute den Freizeit-Monitor „als seriöse Langzeit-Untersuchung für Trends geschätzt“. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/detailansicht/aktuell/du-bist-mehr-als-die-summe-deiner-fans-93957/
https://www.pro-medienmagazin.de/medien/internet/detailansicht/aktuell/die-schattenseiten-der-sozialen-medien-95915/
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