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Studie: Intensiver Medienkonsum distanziert Teenager von Eltern

Je mehr Zeit Jugendliche vor dem Bildschirm – TV oder Computer – verbringen, desto eher distanzieren sich diese von ihrem sozialen Umfeld. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Studie der American Medical Association.
Von PRO

Foto: James LeVeque / flickr

Laut der Studie haben demnach Kinder, die mehr Zeit vor Monitoren verbringen, größere Probleme, zu ihren Eltern eine intakte Beziehung zu führen und aufrecht zu erhalten. Die vor kurzem veröffentlichte Studie hat dazu eine Umfrage von 3.000 Jugendlichen zwischen 14 und 15 aus dem Jahr 2004 zum Thema Medienkonsum analysiert. Zudem befasste sich das internationale Forscherteam noch mit einem wissenschaftlichen Bericht zum gleichen Thema aus den Jahren 1987/88.

Ein Ergebnis der Untersuchung ist, dass Distanziertheit zwischen Eltern und Kindern pro Stunde TV-Konsum inklusive Spielekonsole um vier Prozent ansteigt. Bei Computernutzung sind es sogar fünf Prozent. Dies sind erfreuliche Zahlen. Denn noch 1987/88 lagen die Werte bei 13 beziehungsweise 24 Prozent und der Fernsehkonsum war nicht so hoch wie heutzutage. "Die Fernsehnutzung in Deutschland bleibt weiter auf einem hohen Niveau und hat 2009 sogar zugenommen" sagt Bernhard Engel, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) im Gespräch mit "Pressetext". Zum gleichen Resultat kommt auch das Marktforschungsunternehmen Nielsen. "Die TV-Nutzung von Kindern ist innerhalb der vergangenen sechs Jahre auf einen neuen Rekordhöchststand geklettert." Gemäß dem Nielsen Bericht verbringen Kinder heute zwischen zwei und fünf Jahren durchschnittlich 32 Stunden pro Woche vor dem Fernseher. In der Altersgruppe der Sechs- bis Elfjährigen liegt der entsprechende Durchschnitt "nur" bei 28 Stunden.

Folgen der "TV-Erziehung"

Die bereits erwähnte Distanziertheit von Kindern nach übermäßigem Medienkonsum bestätigen auch hierzulande Vertreter aus dem Bereich der Pädiatrie. Sie warnen aber gleichzeitig noch vor anderen Folgeerscheinungen wie beispielsweise Fettleibigkeit oder verspätete Sprachfertigkeit. "In einigen Kindergärten müssen die Erzieherinnen bereits speziellen Sprachunterricht anbieten, weil die Kinder zu Hause mit ihren Eltern nicht mehr ausreichend sprechen", meint Michael Lentze, leitender Kinderarzt an der Uniklinik Bonn gegenüber "Pressetext". "Das Fernsehen kann Sprache nicht vermitteln", so Lentze weiter. Dieses Phänomen sei besonders in sozial schwächeren Familien weit verbreitet.

Die Analyse der Jahrgänge 1987, 1988 und 2004 durch die American Medical Association hat aber laut "Pressetext" auch gezeigt, dass ein zeitweise hoher Konsum von Medien nicht unbedingt den Fall in die soziale Isolation bedeuten muss. Gerade der sogenannte Social-Media-Boom könnte soziale Kompetenzen wieder stärker fördern. (pro)

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