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Studie: Facebook hilft Jugendlichen bei Identitätsfindung

Soziale Netzwerke können Jugendlichen bei ihrer Selbstfindung helfen. Dies zeigt eine Studie unter israelischen Schüler, die zwischen positiver und negativer Internetnutzung unterscheidet.
Von PRO

Foto: Joop de Graaff (flickr)

"Die Qualität, nicht die Quantität ist bei der Internetnutzung entscheidend", sagt der Professor Mosche Israelaschvili von der Universität in Tel Aviv. Er befragte 278 Schüler in ganz Israel zu ihrem Umgang mit dem Internet. Soziale Netzwerke seien ein Beispiel positiver Internetnutzung, da Jugendliche sie gebrauchten, um Fragen der eigenen Identität zu klären. Außerdem bauten sie ihre eigene Zukunft anhand dessen auf, was sie im Internet entdeckten.

Neudefinition von "Internetsucht" nötig

Die Ergebnisse zeigen, dass das aktuelle Verständnis von "Internetsucht" überdacht werden muss. Bisher bezeichnen Psychiater jemanden als internetsüchtig, der mehr als 38 Stunden wöchentlich im Internet verbringt. Auf viele Jugendliche, die an der Studie teilnahmen, trifft diese Definition zu. Israelaschvili sagte, es gebe zwei Arten von jungen "Internetsüchtigen": "Die erste Gruppe besteht aus Jugendlichen, die wirklich abhängig sind. Sie missbrauchen das Internet mit Dingen wie Onlinespiele, Glücksspiel oder pornographischen Webseiten. Damit isolieren sie sich von ihrer Umwelt. Die andere Gruppe nutzt das Internet als Hilfe, um ihre eigene Identität und ihren Platz in der Welt zu finden. Diese Jugendlichen nutzen tendenziell die sozialen Netzwerke und sammeln Informationen, zum Beispiel über News-Seiten oder Twitter."

Familienzeit wichtig

Schüler müssten lernen, das Internet auf gesunde Weise zu nutzen, empfiehlt Israelaschvili. Falls Eltern trotzdem der Meinung sind, ihr Nachwuchs verbringe zu viel Zeit vor dem Computer, sollten sie selbst eine Informationsquelle für ihre Kinder werden. Dafür sei eine gute Kommunikation innerhalb des Familienlebens wichtig. "Zu viele Eltern sind zu voreingenommen", erläutert Israelaschvili. "Sie verlangen hohe akademische Leistungen und achten weniger darauf, ihren Kindern beizubringen, wie sie der Welt begegnen sollen."

Philipp Ikrath vom Österreichischen Institut für Jugendkulturforschung bestätigt diese Aussage gegenüber "pressetext": "Menschen bauen ihre Persönlichkeit nicht um einen vorhandenen inneren Kern auf, sondern im Kontakt mit anderen Menschen. Was früher bloß im Schulhof passierte, wird nun auch virtuell vollzogen." Er ist überzeugt, dass nach den Kriterien für Internetsucht heutzutage jeder davon betroffen wäre. Die Diskussion erinnere ihn an die 80er-Jahre, als die jetzige Elterngeneration das ganze Wochenende am Telefon verbracht habe. Damals hätten sich deren Eltern ähnliche Sorgen gemacht. (pro)

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