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„Staat sollte Gotteshäuser nicht schließen“

Kirchen, Moscheen und Synagogen bleiben wegen des Coronavirus geschlossen – obwohl in allen drei Religionen wichtige Feiertage bevorstehen. Für den Journalisten Alan Posener ist dieses Verbot übertrieben.
Von PRO
Leere Gotteshäuser? Wenn es nach Alan Posener geht, sollen diesjährige Ostergottesdienste trotz Corona in Kirchen stattfinden.
Leere Gotteshäuser? Wenn es nach Alan Posener geht, sollen diesjährige Ostergottesdienste trotz Corona in Kirchen stattfinden.

In Deutschland wird 2020 kein einziger Ostergottesdienst in einem Kirchengebäude stattfinden. Ein Zustand, den der Journalist Alan Posener in einem Leitartikel der Tageszeitung Die Welt vom Dienstag anprangert. Unter der Überschrift „Die Religionen und das Virus“ kritisiert er die staatlichen Beschlüsse, Gotteshäuser wegen des Coronavirus geschlossen zu halten. Das betrifft neben christlichen Kirchen auch Moscheen und Synagogen.

Unverständlich sei, dass beispielsweise Gartencenter und Baumärkte weiterhin geöffnet haben. Dabei werde niemand von seinem Gott angehalten, diese zu besuchen. Die nun anstehenden Osterfeierlichkeiten, das jüdische Pessachfest und der muslimische Fastenmonat Ramadan forderten jedoch von den Gläubigen „die Einhaltung bestimmter Rituale“. Diese habe nach den religiösen Verständnissen Gott selbst vorgeschrieben.

Posener fordert daher vom „pluralistischen Staat“, den Gläubigen, die trotz Corona Gottesdienste abhalten wollen, entgegenzukommen. Anstatt sie zu verbieten, solle der Staat sie erlauben und die Einhaltung der Sicherheitsstandards in den Kirchen verlangen.

Christliche Rebellion

Das Hören auf Gott, unabhängig von menschlicher Ordnung, liege gewissermaßen in der DNA der Christen. Bereits die Apostel setzten sich über die Verordnungen der Hohepriester, schreibt Posener. Ihre Begründung: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apostelgeschichte 5,29). Auch Luther reihe sich mit seinem berühmten Satz: „Hier stehe ich und kann nicht anders“ gewissermaßen in diese Tradition ein.

Gläubige „müssten durchaus das Recht haben, selbst Märtyrer des Virus zu werden“, schreibt Posener. Dort, wo sie aber für andere eine Gefahr darstellten, sei eine Grenze überschritten.

Von: Martin Schlorke

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