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Spitzenvertreter der US-Evangelikalen besuchen Berlin

B e r l i n (PRO) - Einen differenzierten Umgang mit der evangelikalen Szene in den USA hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Hermann Gröhe gefordert. In den Vereinigten Staaten besuchten wöchentlich sieben bis acht mal mehr Menschen den Gottesdienst als in der Bundesrepublik, sagte Gröhe am Mittwoch auf einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin. Das habe man in der deutschen Politik lange ignoriert. "Dabei kann das nicht nur innenpolitische, sondern auch außenpolitische Konsequenzen haben."
Von PRO

Stattdessen habe das “Entsetzen über die religiöse Sprache der Bush-Administration” und die “befremdende Vermischung von patriotischen Tönen mit einem missionarischen Christentum” lange Zeit das Bild der Evangelikalen geprägt, so Gröhe weiter. Jedoch seien nicht alle Evangelikalen Anhänger der religiösen Rechten.

“Wenn ein Film ein achtjähriges Mädchen zeigt, das schreiend am Boden liegen muss, weil es Harry Potter gelesen hat, dann ist das in etwa so typisch für alle Evangelikalen, wie es der polnische Priester, der jede Woche direkt mit Mutter Maria spricht, für die katholische Weltkirche ist”, sagte der Bundestagsabgeordnete, der auch Mitglied im Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist.

“Glaubensbewegung”

Leith Anderson, Präsident der Nationalen Vereinigung der Evangelikalen in den USA, erinnerte daran, dass die evangelikale Bewegung zuallererst eine Glaubensbewegung sei. Erst die Freigabe der Abtreibungen durch den Obersten Gerichtshof 1973 habe zu einem stärkeren politischen Engagement der Evangelikalen geführt. “Der Schutz des ungeborenen Lebens ist weiter eines unser wichtigsten Themen”, sagte Anderson. Daneben engagierten sich Evangelikale aber auch im Kampf gegen AIDS, gegen den Menschenhandel und die Folter.

Der Präsident der Kommission für Ethik und Religionsfreiheit der mehr als 43.000 Gemeinden zählenden Südlichen Baptisten, Richard Land, erklärte, neues Gewicht in seiner Kirche habe in den letzten Jahren vor allem das Thema “Bewahrung der Schöpfung” bekommen. Die Evangelikalen in den USA hätten gelernt, dass sie für die Schöpfung verantwortlich sind, weil “Gott uns diese Erde anvertraut hat”.

Noch völlig unklar ist nach Angaben Andersons wie Lands dagegen, wem die rund 100 Millionen Evangelikalen in den USA bei den nächsten Präsidentschaftswahlen ihre Stimme geben werden. Derzeit bemühten sich Vertreter beider Parteien darum. In den USA gelten die Evangelikalen als einflussreiche Wählergruppe.

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