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Spiel mir das Lied von der Ruhe

Mit dem Doppelalbum "Give Us Rest" verabschiedet sich die amerikanische "David Crowder Band" nach 17 Jahren von der musikalischen Bühne. Passend zum Anlass ist ihr Album als modernes Requiem konzipiert. Musikalisch handelt es sich um soliden christlichen Rock-Pop, zwischen den Liedern sind lateinische Phrasen und gregorianische Gesänge eingeschoben.
Von PRO

Foto: Gerth Medien / cmccentral (CC BY-NC-SA)

Mozart hat eins geschrieben. Gabriel Fauré auch. Und jetzt reiht sich die "David Crowder Band" in die Liste derjenigen ein, die ein Requiem verfasst haben. "Requiem aeternam dona eis", "Gib ihnen ewige Ruhe" lautet die namensgebende lateinische Phrase für diese musikalische Gattung. Zugleich umschreibt sie den Wunsch, den man Verstorbenen beim letzten Abschied ausspricht.

Abschied von einer erfolgreichen Band

Das Album thematisiert gleich mehrere Abschiede, die sich in den Liedtexten gegenseitig durchdringen. Da ist natürlich der Abschied der Band, die am 3. Januar dieses Jahres in Atlanta ihren letzten offiziellen Auftritt gehabt hat. Jedenfalls scheint 37-jährige Frontsänger und Gitarrist Crowder ein vorläufiges Resümee seines irdischen Schaffens zu ziehen: "Auch ich habe meinen Teil beigetragen, glaube ich jedenfalls", heißt es in einem Lied. Und nun bittet er Gott um Ruhe für sein ausgelaugtes Herz.

Nach 17 Jahren durchaus erfolgreichen Musikerdaseins ist dies vielleicht kein abwegiger Wunsch. Die Band schaffte es mit dem Album "A Collision" 2005 sogar zu einer Nominierung für den "Grammy Award" für das beste Rock- oder Rap Gospel Album und gewann mehrere "GMA Dove Awards", mit dem christliche Musiker ausgezeichnet werden.

Der andere Abschied, den das Album anspricht, ist der "letzte", der Tag des Todes, der im christlichen Denken den Anbruch der endgültigen ewigen Ruhe markiert. Entsprechend groß ist die Freude ("Heute ist ein Tag der Herrlichkeit, heute ist der Tag, an dem ich zuhause bin"). Auf diese Weise erinnert die Band mit ihren Liedern, die allesamt recht eingängig sind, an das "letzte" Ziel, das Christen haben.

Ein Album für Zeit und Ewigkeit

Mit dieser Absicht hat sich die Band auch im Jahr 1995 formiert. David Crowder, damals Student der Baylor-Universität im texanischen Waco, wunderte sich, dass die Gottesdienste an dieser christlichen Universität so schlecht besucht sind. Daher gründete er dort eine Gemeinde, deren Lobpreis-Verantwortlicher er wurde. Mit der Zeit wuchs die Gemeinde, und so auch die Band, es folgten die ersten eigenen Kompositionen, Aufnahmen, Plattenverträge und Auszeichnungen.

Besonders in den letzten Jahren wurde die Band bekannt für ihre Einbindung unterschiedlicher musikalischer Stile von Rock über Bluegrass bis Rap, Elemente dies sich zum Teil auch auf "Give Us Rest" wiederfinden. Wie aber vertragen diese sich mit lateinischen Zitaten und mittelalterlich anmutende Musik? Die Kombination ist sicherlich gewöhnungsbedürftig, funktioniert aber. Letztlich dient sie auch einem inhaltlichem Ziel: Denn Gitarrenklänge, Elektronik und ein Banjo, das an den Ursprung der Band im Süden der USA erinnert, holt die Bitte um Ruhe in die Gegenwart zurück. Die ewige Ruhe soll schon jetzt als "Friede auf Erden" anbrechen.

Somit thematisiert das Album auch die Hoffnung auf diesen dritten Abschied von der gegenwärtigen Unruhe und Mühsal der Welt. Denn ein ausgelaugtes Herz bekommt man nicht nur als Mitglied einer erfolgreichen Band, sondern hin und wieder auch als Erdenbürger in einer "unheimlichen" Welt: "Manchmal fühlt sich jeder von uns, als würden wir niemals heil."

Entsprechend die drängende Bitte um Gottes Eingreifen, das besonders im ersten Teil des Albums mit viel Lichtmetaphorik umschrieben wird. Eine andere, ebenfalls der Bibel entnommene Metapher beschreibt den Sinn dieser Welt: Der Same, der noch in die Erde eingebettet ist, soll zu einem prächtigen Baum heranwachsen.

Mit ihrem letzten Album besingt die "David Crowder Band" den menschlichen Weg zwischen Himmel und Erde, zwischen fragilem Dasein und himmlischer Ruhe. Indem es die Requiem-Tradition mit moderner Musik verbindet, erinnert es daran, dass die Scheidegrenze nicht zwingend der Tod ist. Der Abschied von der irdischen Dunkelheit erfolgt bereits jetzt: "Wir brennen wie tausend Sonnen in der Nacht und lobsingen deinem Namen bis ans Ende der Zeit." (pro)

David Crowder Band: "Give Us Rest." (A Requiem Mass in C [The Happiest of All Keys])
Six Step Records
ISBN 5099996785423
19,99 Euro

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