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Spiegel-Titel über katholische Missbrauchsskandale

Das zögerliche Verhalten von Papst Franziskus steht im Mittelpunkt der Spiegel-Titelgeschichte über sexuellen Missbrauch in der Katholischen Kirche. Die Journalisten, die auch in Franziskus' argentinischer Vergangenheit recherchiert haben, werfen ihm vor allem sein Schweigen vor.
Von PRO
Die aktuelle Ausgabe des Spiegel beschäftigt sich mit Papst Franziskus, der Katholischen Kirche und verschiedenen Missbrauchsskandalen

Foto: Der Spiegel

Die aktuelle Ausgabe des Spiegel beschäftigt sich mit Papst Franziskus, der Katholischen Kirche und verschiedenen Missbrauchsskandalen

Unter der Titelüberschrift „Du sollst nicht lügen“ analysiert das Wochenmagazin Der Spiegel den Umgang der Katholischen Kirche mit Missbrauchsfällen durch seine Seelsorger. Anlass ist die baldige Veröffentlichung einer Studie von der Deutschen Bischofskonferenz zu sexuellem Missbrauch von Minderjährigen in der Katholischen Kirche in Deutschland. Kritik erfährt im Artikel vor allem Papst Franziskus, der „häufig zur Unzeit spricht, in wichtigen Momenten hingegen schweigt“. Der Spiegel beschwört im Umgang mit der in Auszügen selbst vorab veröffentlichten Studie einen „Bürgerkrieg der Gläubigen“. Das Magazin will einen Graben zwischen „konservativen Franziskus-Gegnern und progressiven Befürwortern“ ausgemacht haben.

Es werden in der Titelgeschichte Bischöfe zitiert, die namentlich nicht genannt werden wollen und den Papst anfeinden. Bei der Reise zu Missbrauchsopfern besuchten Spiegel-Reporter Pennsylvania, Argentinien und das Erzbistum von München und Freising. Im Heimatland von Papst Franziskus sprachen sie mit dem Opferanwalt Juan Pablo Gallego, der dem Papst vorwirft, früher Sexualstraftäter in der Kirche geschützt zu haben.

„Drohende Gottesfinsternis“

Der Spiegel kritisiert den Papst dafür, gerade Männer um sich zu versammeln, die für das stehen, was er in seinen Predigten als verwerflich anklagt. Genauer schildert die Titelgeschichte auch die Vergehen von Priestern in sechs amerikanischen Diözesen. Erzbischof Georg Gänswein, der Präfekt des päpstlichen Haushaltes ist, wird am Ende der Titelgeschichte zum Ist-Zustand der Katholischen Kirche zitiert: Er sehe eine „wahrhaft endzeitliche Krise“ heraufziehen, „eine große Flut, die das christliche Abendland überschwemmt“. Er spricht von einer „drohenden Gottesfinsternis, vor der wir weltweit erschrecken“.

Als ergänzende Geschichte schreibt das Wochenmagazin über einen Missbrauchsskandal im katholischen Aloisiuskolleg in Bad Godesberg, der vor acht Jahren aufgedeckt wurde. Es habe dort seit den 1950er-Jahren sexuelle Handlungen von Geistlichen und Mitarbeitern gegenüber den Schülern gegeben. Das von Jesuiten geführte Internat musste demnach zu diesem Schuljahr den Betrieb einstellen. Auf der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz vom 24. bis 27. September in Fulda wird die Studie zu sexuellem Missbrauch in der Katholischen Kirche in Deutschland vorgestellt. Ihr Titel lautet: „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“.

Von: Michael Müller

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