Spanischer Priester verkuppelt über 1.000 Singles

Fernando Cuevas verkuppelt seit über 15 Jahren katholische Singles miteinander. Über 600 Ehen hat der Priester schon gestiftet. Sein „Nebenjob“ hat sich durch Zufall entwickelt. Und funktioniert ganz ohne Dating-App.
Von Swanhild Brenneke
Eheringe

Fernando Cuevas ist Priester im spanischen Valencia. Und er hat einen besonderen „Nebenjob“: In den letzten 15 Jahren hat er mehr als 1.200 Singles miteinander verkuppelt. Nach eigenen Angaben hat er außerdem 640 Ehen gestiftet. Cuevas kam so unter anderem zu den Spitznamen „Tinder-Priester“ (in Anlehnung an die Dating-App) oder „Matchmaker“.

Die Methode des Geistlichen ist denkbar einfach und funktioniert ganz ohne Dating-App: Menschen, die einen Partner suchen, schreiben ihn über Whatsapp an. Cuevas vermittelt dann die Kontakte untereinander, wie es in seinen Augen am besten passen könnte. Deshalb müssen die Singles in ihren Anfragen einige Angaben zu sich selbst machen: Alter, Größe, Wohnort, Beruf, Bildung, kultureller Hintergrund und kirchliches Engagement. Zudem müssen sie mindestens 25 Jahre alt sein. Die Kriterien, nach denen der 70-Jährige die Singles miteinander in Kontakt bringt: ein ähnlicher Wohnort und eine ähnliche Spiritualität. Zudem solle der Mann etwa zwei bis drei Jahre älter und etwas größer sein als die Frau, erklärt der Priester dem katholischen, spanischsprachigen Nachrichtenportal „ACI Prensa“. Gemeinsame Hobbys seien ebenfalls hilfreich.

Die Partnervermittlung entwickelte sich durch Zufall. Der auf Ibiza geborene Priester wollte vor 17 Jahren eigentlich nur einem jungen Studenten helfen, der eine Freundin suchte. Cuevas brachte ihn mit einer Frau in Kontakt, die dessen Ansichten und Werte teilte. Ein halbes Jahr später hielt er deren Hochzeitsmesse. Das Paar war so begeistert von der Vermittlung, dass es die Nummer des Priesters an Bekannte weitergab. Seitdem bekommt Cuevas stetig neue Anfragen und „habe es nicht geschafft, aufzuhören“.

Pro Tag erreichen Cueveas durchschnittlich 60 solcher Kontaktanfragen. Er versuche, sie alle zu bearbeiten, sagte er. Seit vielen Jahren verbringt er mit dem „Verkuppeln“ seine gesamte Freizeit.

Mittlerweile schreiben dem Geistlichen nicht mehr nur Menschen aus der Region Valencia, sondern aus aller Welt. Besonders viele Anfragen bekommt er aus Südamerika. Dort übernimmt seit einiger Zeit ein Kollege von Cuevas die Partnervermittlung.

Der Geistliche sagt, bei der Partnervermittlung vertraue er ganz auf Gott: „Ich bin Priester; ich vertraue voll und ganz auf die Vorsehung und weiß, dass Gott jeden Menschen beruft, dass es für jeden von ihm schon vor seiner Geburt einen bestimmten Plan gibt.“ Wegen der Masse an Anfragen muss Cuevas die Singles immer wieder um Geduld bitten. Aber er ist sicher: „Gott wird für alle sorgen.“

Für die Partnersuche empfiehlt der Priester vor allem eines: das Gebet. Es sei wichtig, mit diesem Anliegen vor Gott zu treten. Außerdem sei es hilfreich, den eigenen Horizont zu weiten. Er stellt außerdem fest: „Die Menschen suchen nach wahrer Liebe. Es gibt eine Sehnsucht, ein enormes Bedürfnis nach Liebe.“ Viele seiner Klienten suchten zudem einen Partner, der Jesus in den Mittelpunkt stellt. „Es bewegt mich zu sehen, wie viele Menschen sagen: ‚Es ist mir egal, ob er blaue Augen hat, sehr gut aussieht oder sehr klug ist. Wenn Christus nicht im Mittelpunkt seines Lebens steht – dann vergiss es.‘“ 

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