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So will die Evangelische Kirche in die Zukunft gehen

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat einen Entwurf für Reformen in der Struktur und Ausrichtung vorgelegt. Die Mitglieder des Kirchenparlaments erhielten „Elf Leitsätze für eine aufgeschlossene Kirche“. Diese beschäftigen sich unter anderem mit den Themen Frömmigkeit, Mission, Ökumene, Leitung und Strukturen.
Von PRO
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In dem EKD-Zukunftspapier geht es auch um die Themen Frömmigkeit und Mission (Symbolbild).
In dem EKD-Zukunftspapier geht es auch um die Themen Frömmigkeit und Mission (Symbolbild).

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) macht sich Gedanken um ihre Zukunft. Wenn die EKD-Synode im November in Berlin tagt, werden „Elf Leitsätze für eine aufgeschlossene Kirche“ beraten. Diese Leitsätze mit dem Titel „Kirche auf gutem Grund“ wurden Ende Juni an die Mitglieder des Kirchenparlaments versandt.

Die erarbeiteten Gedanken stehen unter dem Motto „Hinaus ins Weite“ (2. Sam 22, 20). In den nächsten Monaten soll das Papier diskutiert und weiterentwickelt werden. Ein Ziel ist es, Strukturen zu entbürokratisieren und Kirche effizienter zu verwalten. Mehrfachstrukturen innerhalb der Gliedkirchen sollen abgebaut, eine besonnene Entbürokratisierung durchgesetzt und das Gremienwesen entschlackt werden, heißt es in dem Papier.

Zukunftsperspektive ist eine geistliche Komponente

Zudem möchte die EKD zukünftig missionarisches Handeln stärker fördern und das ökumenische Miteinander stärken. Das Papier regt an, über neue Formen „ökumenischer Gemeindearbeit bis hin zu ökumenischen, mehrkonfessionellen Gemeinden“ nachzudenken. Die Autoren betonen, dass Bindungskraft und gesellschaftliche Bedeutung der Kirche abgenommen haben: „Die Krise der Akzeptanz von Kirche und ihrer Botschaft geht einher mit einer tieferliegenden Glaubenskrise.“

Daher sei die Frage nach der Zukunftsperspektive eine geistliche. Es gehe um mehr als um Sparmaßnahmen, Rückbau und effizientere Strukturen. Die Kirche werde sich wandeln, um ihrem Zeugnisauftrag für das Evangelium in einer sich verändernden Gesellschaft gerecht zu werden. Kirche als Gemeinschaft müsse die Erfahrung von Nähe, Wärme, Geborgenheit vermitteln.

Mehr Diakonie, weniger Stellungnahmen

So soll künftig das öffentliche Reden und diakonische Handeln der Kirche gezielt gefördert werden. Zu gesellschaftlichen Prozessen hingegen werde sie sparsamer und konkreter öffentlich Stellung nehmen. Wichtig sei es zudem, dass missionarisches Handeln gefördert wird, „das partnerschaftlich, dialogisch und situativ vorgeht“. Dialogbereitschaft und ein authentisch gelebter Glaube seien für ein kommunikatives Handeln der Kirche unerlässlich.

Um die biblische Botschaft zu vermitteln, sollen auch digitale Angebote helfen. Die Kirche möchte zudem Mitarbeiter für befristete Projekte, Erprobungsräume und kreative Experimente freistellen. Für den wachsenden Wettbewerb mit anderen Gemeinschaften und charismatischen Bewegungen empfehlen die Verfasser „neue Formen von Gemeinde zu erproben, Angebote von Kasualien und christlicher Lebensbegleitung zu flexibilisieren und zu individualisieren“. Neben der herkömmlichen Kirchenmitgliedschaft soll über „alternative Formen finanzieller Beteiligung von Menschen, die sich ohne formelle Mitgliedschaft der Kirche zugehörig fühlen“ nachgedacht werden.

Angestoßen hatte den Prozess die Synode 2017. Seitdem hatte ein Zukunftsteam mit jeweils vier Vertretern aus den Leitungsgremien (Synode, Rat und Kirchenkonferenz) sowie zusätzlich vier Jugendliche aus dem Synoden-Umfeld seine Arbeit aufgenommen. In den kommenden Monaten soll das Papier in den Gremien und an der Basis intensiv diskutiert und weiterentwickelt werden.

Von: Johannes Blöcher-Weil

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