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Sea-Eye 4 soll bald auf Mission gehen

Die Finanzierung des Kaufs und ein großer Teil der Umbaukosten des neuen Rettungsschiffes Sea-Eye 4 sind gesichert. Seit November hatten die Verantwortlichen mit der Spendenkampagne „Drowned Requiem“ 434.000 Euro gesammelt.
Von PRO
Mit einem weiteren Schiff (Symbolbild) soll das Leben von Flüchtlingen im Mittelmeer gerettet werden

Foto: Chris Grodotzki

Mit einem weiteren Schiff (Symbolbild) soll das Leben von Flüchtlingen im Mittelmeer gerettet werden

Binnen weniger Monate hat die Hilfsorganisation Sea-Eye mehr als 400.000 Euro an Spenden akquiriert. Mit dem Geld könne sie voraussichtlich noch im Frühjahr das neue Schiff Sea-Eye 4 auf Mission ins Mittelmeer schicken. Die Organisation teilte am Donnerstag mit, dass mit dem Geld das Schiff gekauft und etliche Umbauarbeiten erledigt geführt werden konnten.

„Wir freuen uns sehr, dass die Spendensumme so schnell zusammengekommen ist“, wird Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye e.V., in der Pressemitteilung zitiert. Damit sei es bald möglich, wieder Menschenleben im Mittelmeer zu retten. Michael Schwickart, Vorstandsmitglied des Bündnis zur Unterstützung der zivilen Seenotrettung auf dem Mittelmeer United4Rescue zeigte sich dankbar für die Vielzahl der Unterstützer, die dem „Sterben im Mittelmeer nicht tatenlos zuschauen wollen“.

Das Schiff solle nach dem sogenannten „SOLAS-Standard“ zertifiziert werden. Dieser Standard ermögliche es, höhere Sicherheitsanforderungen für die Crew und die Geretteten zu erfüllen. Die letzten Umbaumaßnahmen dafür sollen im Februar enden. Aktuell befindet sich das 55 Meter lange und 11 Meter breite Schiff (Baujahr: 1972) für umfassende Umbauarbeiten in einer Werft.

Kritik an EU-Mitgliedsstaaten

Laut Hilfsorganisation sei das Schiff aufgrund seiner Bauweise ideal für Rettungseinsätze geeignet. Es soll Ende Februar getauft und dann ins Mittelmeer überführt werden. 2021 seien schon wieder 124 Menschen auf ihrer Flucht im Mittelmeer ertrunken. Die EU-Mitgliedstaaten ignorieren laut Sea-Eye weiterhin ihre staatliche Pflicht zur Seenotrettung. Die zivile Seenotrettung versuche nach Kräften dieses politische Versagen aufzufangen. Um diverse Seenotrettungsorganisationen sowohl finanziell als auch politisch zu unterstützen, sei das Bündnis auch 2021 auf Spenden angewiesen, betont Schwickart.

United4Rescue ist das Bündnis zur Unterstützung der zivilen Seenotrettung auf dem Mittelmeer. Es vereint über 700 große und kleine Organisationen, Initiativen, Unternehmen, Vereine und Stiftungen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen. Bekannte Bündnispartner sind unter anderem der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), World Vision Deutschland, der Koordinierungsrat der Muslime und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD).

Von: Johannes Blöcher-Weil

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