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Scientology-Arbeitsgruppe wird eingestellt

Der Senat der Hansestadt Hamburg stellt die Arbeit der Arbeitsgruppe Scientology ein. Deutschlands bekannteste Streiterin für ein Verbot der Organisation, Ursula Caberta, hatte die Aufklärungsstelle 18 Jahre geleitet.
Von PRO

Foto: anonmunich (flickr)

Aus finanziellen Gründen schließt der schwarz-grüne Senat in Hamburg die bundesweit einzige Aufklärungsstelle, die sich auf Länderebene mit Scientology befasst. Deren Leiterin Ursula Caberta ist über die Landesgrenzen als Scientology-Expertin bekannt. In Talkshows oder in ihren Büchern wie "Schwarzbuch Scientology" und "Kindheit bei Scientology: Verboten." (beide Gütersloher Verlagshaus) versuchte die Politikerin über die in ihren Augen verbrecherischen Tätigkeiten von Scientology aufzuklären.

Wie der "Tagesspiegel" berichtet, soll die 1992 von der damals regierenden SPD eingeführte Arbeitsgruppe zum 1. September beendet werden. Dadurch spart die Stadt laut Innenbehörde jährlich 140.000 Euro ein. Wie der Sprecher der Hamburger Innenbehörde, Thomas Butter, gegenüber pro mitteilte, werde Caberta die "kompetente Aufklärung der Öffentlichkeit und der staatlichen Institutionen über das gefahrvolle Wirken der Scientology Organisation"sowie auch die Aus- und Fortbildung von Multiplikatoren wie Lehrern und Polizisten" in der Innenbehörde weiterhin wahrnehmen. Für die Beratung von Einzelpersonen und Unternehmen bis hin zur Betreuung von Aussteigern und Aussteigerinnen sei künftig der Hamburger Verfassungsschutz zuständig. Butter fügte hinzu: "Die Arbeit im Kampf gegen Scientology wird also weitergehen, nur anders strukturiert."

Die Sektenbeauftragte der Nordelbischen Kirche, Pastorin Gabriele Lademann-Priemer, nannte die Senatsentscheidung "bedauerlich". Der innenpolitische Sprecher der SPD in Hamburg, Andreas Dressel, kritisierte, dass der Innensenator und mögliche Bürgermeisternachfolger Christoph Ahlhaus erst vor kurzem noch ein Verbot der umstrittenen Organisation forderte, jetzt aber die Arbeit dazu elementar schwäche. Der Journalist und Autor von Büchern über Scientology Frank Nordhausen nannte die Schließung der Arbeitsgruppe laut "Deutschlandfunk" einen "Riesenskandal". Nordhausen lobte Cabertas Verdienste und sagte, es sei zu einem großen Teil ihr Verdienst, dass die Zahl der Scientology-Anhänger in Deutschland stark gesunken sei.

Über die genaue Anzahl der Anhänger Scientologys gibt es keine gesicherten Zahlen. Laut staatlichen Angaben liegt die Zahl in Deutschland bei etwa 5.000 Mitgliedern, davon leben etwa 650 in Hamburg.

Die 60-jährige Ursula Caberta setzt sich für ein Verbot von Scientology in Deutschland ein und erhielt wegen ihres Engagements bereits mehrfach Morddrohungen. Die in Hamburg geborene Politikerin, die ehemals der SPD und der WASG angehörte, hat zudem zahlreiche juristische Auseinandersetzungen mit Organisation hinter sich.

Der Beauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung, Wolfgang Baake, hat die Bundesregierung aufgefordert, unverzüglich eine Informations- und Aufklärungsstelle zum Thema Scientology, die bundesweit arbeitet, einzurichten. "Es kann nicht sein, dass aufgrund von angeblich fehlenden Finanzmitteln die Informationspolitik über diese  vom Verfassungsschutz beobachtete Organisation eingestellt wird", so Baake. Ansonsten würde sich die Politik schuldig machen. (pro)

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