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Schweiz stoppt Fördergeld für Fromme

Christlich ja, aber bitte nicht zu fromm: Das Schweizer Bundesamt für Sozialversicherungen zahlt mehreren christlichen Organisationen keine Fördergelder mehr. Sie seien zu missionarisch.
Von PRO
Jugendorganisationen mit missionarischem Anliegen bekommen in der Schweiz kein Geld mehr vom Staat

Foto: thorstenindra.com

Jugendorganisationen mit missionarischem Anliegen bekommen in der Schweiz kein Geld mehr vom Staat
Die Schweizer Behörde fördert jährlich verschiedene Jugendorganisationen, die sich um die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen kümmern. Wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) meldete, müssen einige evangelikale Organisationen jetzt ohne diese Gelder auskommen. Betroffen sind unter anderem die Jugendverbände der Heilsarmee, der Mennoniten und der Evangelisch-methodistischen Kirche, ebenso wie die Vereinigten Bibelgruppen und der Verein Adonia, der mit Jugendlichen Musicals erarbeitet. Auf insgesamt 67.000 Franken (etwa 55.700 Euro) müssen sie nun verzichten. Das Amt begründete seine Entscheidung in einem Brief an die Gruppen. Darin heißt es, diesen gehe es vor allem um die Vermittlung des christlichen Glaubens und nicht in erster Linie um die Bedürfnisse der Jugendlichen. Die Arbeit mit ihnen diene einem missionarischen Zweck. Damit sei die Grundlage für die staatliche Förderung nicht gegeben. Die Verbände erhalten die Unterstützung zwar schon seit mehreren Jahren, doch bei einer Stichprobenprüfung seien sie nun durchgefallen, sagte die zuständige Bereichsleiterin. Sie hob aber hervor, dass nicht die christliche Prägung an sich der Grund für den Förderstopp sei. So erhielten beispielsweise die Katholischen Pfadfinder weiterhin das Geld.

„Keine Entmündigung“

Die nicht mehr subventionierten christlichen Organisationen sehen sich in ihrem Anliegen zwar korrekt wahrgenommen. Dennoch bedauern sie die Entscheidung der Behörde. Der Jugendbeauftragte der Schweizerischen Evangelischen Allianz, Andi Bachmann-Roth, sagte laut NZZ, dass es das Ziel der Organisationen sei, „den Jugendlichen den Glauben näherzubringen“. Jedoch bleibe es denen selbst überlassen, ob sie dies für sich annehmen. Zudem sei die geistliche Unterweisung für die Verbände gleichermaßen bedeutend wie die ganzheitliche Förderung der jungen Menschen. Bachmann-Roth verwahrte sich gegen „Indoktrination“ oder „religiöse Entmündigung“. Benedikt Walker, Geschäftsführer der Vereinigten Bibelgruppen, ärgert sich darüber, dass die Behörde nicht vorab mit seiner ebenfalls Organisation gesprochen habe. Er wies außerdem darauf hin, dass politischen Jugendorganisationen die Förderung nicht entzogen wurde, obwohl es dort vorrangig um die Vermittlung politischer Ideen gehe. Dieser Widerspruch sei der Behörde jedoch bekannt und vom Bundesrat beabsichtigt, teilte sie mit. (pro)
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