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Schwaetzer: Frömmigkeitsstil wichtiger als Parteizugehörigkeit

Nach der gescheiterten Wahl von Günter Beckstein, war Irmgard Schwaetzer die Konsens-Kandidatin als EKD-Präses. Matthias Kamann hat die frühere FDP-Politikerin für die Tageszeitung Die Welt interviewt. Darin äußert sie sich zu politischen Färbungen in der Kirche, zum neuen Papst und warum das Reformationsjubiläum wichtig werden wird.
Von PRO
Die neue EKD-Präses Irmgard Schwaetzer äußert sich im Welt-Interview zur Lage ihrer Kirche und dem ökumenischen Zusammenleben

Foto: EKD

Die neue EKD-Präses Irmgard Schwaetzer äußert sich im Welt-Interview zur Lage ihrer Kirche und dem ökumenischen Zusammenleben
Für die Entscheidungen der Synodalen sei häufiger deren Frömmigkeitsstil als deren parteipolitische Festlegungen entscheidend, meint Schwaetzer: „Die Entscheidungen der EKD-Synode sind theologisch begründet, und deshalb kann ich sie gut vertreten“. Vor allem CDU/CSU-Politiker hatten immer wieder und nach der gescheiterten Beckstein-Wahl bemängelt, dass die evangelische Kirche politisch Rot-Grün ausgerichtet sei.

Sperren uns nicht gegen Ablösung der Staatsleistungen

Liberales Denken bezeichnet Schwaetzer als Kern der Freiheit, „und darum geht es dem Protestantismus“. Ihr sei es nie schwer gefallen, ihren Glauben mit ihren politischen Überzeugung zu vereinbaren. Schwaetzer, die das höchste Laienamt der Evangelischen Kirche bis zur nächsten regulären Wahl in 18 Monaten ausübt, betont, dass der Staat vom Kirchensteuereinzug in Höhe von 160 Millionen Euro profitiere. Gegen eine Ablösung der Staatsleistungen sperre sich die evangelische Kirche nicht. Bundesregierung und Bundestag sollten dafür das in der Verfassung vorgesehene Rahmengesetz vorlegen; dann könnten die Landeskirchen darüber verhandeln. Gegenwärtig zahlen 14 Bundesländer rund 460 Millionen Euro pro Jahr an die evangelischen Kirchen. In ihrer kurzen Amtszeit wolle sie vor allem die Informationspolitik gegenüber den Synodalen in der Zeit zwischen den Synoden verbessern. Ein weiterer Schwerpunkt liege bei den Vorbereitungen für das 500. Reformationsjubiläum, sowohl was das Planung und Vorbereitung als auch die inhaltliche Gestaltung betrifft. Ihr persönlich gehe es beim Reformationsjubiläum um das „Vertrauen in Gottes Zusage, dass sein Wort dasjenige ist, was mir in meiner Lebensangst hilft“.

„Eine faszinierende Persönlichkeit“

Im neuen Papst sieht Schwaetzer eine „faszinierende Persönlichkeit“. Mit seiner „Dialogfähigkeit, seiner Betonung der Barmherzigkeit und seiner Bereitschaft zur Dezentralisierung“ habe er Themen gesetzt, die bisher in der Katholischen Kirche nicht als sonderlich populär galten. Trotzdem werde er von vielen Grundpositionen nicht abrücken, die zwischen Protestanten und Katholiken strittig sind. „Man hüte sich also vor ökumenischen Illusionen!“ (pro)
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