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Schule schafft Burkinis an und sorgt für Kritik

Eine Schule in Nordrhein-Westfalen hat Burkinis angeschafft, damit auch muslimische Schülerinnen am Schwimmunterricht teilnehmen. Die Aktion weckt nun – zwei Jahre später – Unmut bei Politikern.
Von PRO
Ein Burkini bedeckt den gesamten Körper. Nur Gesicht, Hände und Füße bleiben bei der Badebekleidung für Mädchen und Frauen unbedeckt.
Ein Burkini bedeckt den gesamten Körper. Nur Gesicht, Hände und Füße bleiben bei der Badebekleidung für Mädchen und Frauen unbedeckt.

Das Pestalozzi-Gymnasium in Herne in Nordrhein-Westfalen hat Burkinis angeschafft. Die muslimischen Schülerinnen können diese ausleihen und damit am Schwimmunterricht teilnehmen. Das berichtet die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) am Dienstag. Der Burkini ist eine Badebekleidung für Mädchen und Frauen, die den gesamten Körper bedeckt und nur Gesicht, Hände und Füße unbedeckt lässt.

Gegenüber der Zeitung erklärte der Schulleiter des Pestalozzi-Gymnasiums, Volker Gößling: „Damit hat keiner mehr eine Ausrede, nicht am Unterricht teilzunehmen.” Nach WDR-Angaben hat die Schule die Schwimmanzüge bereits vor zwei Jahren angeschafft. Dem Bericht des Senders zufolge wird das Angebot der Leih-Burkinis mittlerweile kaum noch genutzt. Die meisten Kinder seien ausreichend ausgestattet. Aber jetzt sorgt die Anschaffung für Aufregung.

Klöckner: Vorauseilender Gehorsam

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) zeigte sich in einem Interview „verwundert” darüber, dass an der Schule ein „voraufklärerisches Frauenbild” zementiert werde. „Das ist vorauseilender Gehorsam und ein Einknicken vor fundamentalistischen Elternhäusern, ein Einknicken auf dem Rücken der Mädchen, die schlichtweg erfahren müssen, dass es Pech und Unglück ist, nicht als Junge geboren zu sein”, erklärte die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende auf Facebook.

Klare Rechtslage

Die Integrations-Staatssekretärin der Landesregierung Nordrhein-Westfalens, Serap Güler, hielt die Aktion nach WAZ-Angaben vom Dienstag für ein „falsches Signal“ und „falsch verstandene Toleranz”. „Während in Saudi-Arabien Frauen für ein bisschen Freiheit ihr Leben riskieren, sollten wir nicht in Deutschland auf Burkinis für Mädchen setzen“, erklärte die CDU-Politikerin.

Die zuständige Ministerin für Schule und Bildung in NRW, Yvonne Gebauer (FDP), vertrat die Auffassung, dass die Beschaffung von Burkinis nicht zu den Grundaufgaben einer Schule gehöre. Die Rechtslage sei ohnehin klar, sagte Gebauer. Die Schulpflicht für muslimische Mädchen erstrecke sich ohne Ausnahme auch auf den Schwimmunterricht. Zudem bestehe kein Anspruch auf getrennten Schwimmunterricht von Jungen und Mädchen. Die Lehrergewerkschaft GEW erkennt nach Angaben des Nachrichtensenders n-tv in den Anstrengungen der Schule eine pragmatische Lösung, die geeignet sei, „Brücken zu den Elternhäusern” zu bauen.

Von: Norbert Schäfer

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