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Schüler haben bessere Chancen an kirchlichen Schulen

B e r l i n (KEP) - An konfessionellen Schulen haben Kinder aus sozial schwachen Familien bessere Chancen als an staatlichen Schulen. Außerdem haben Schüler an evangelischen Schulen im Vergleich zu den Schülern an staatlichen Einrichtungen ein besseres Leseverständnis. Dies geht aus einer Studie der Universität Erlangen-Nürnberg hervor, die im Jahr 2005 die Ausbildungsqualität evangelischer Schulen mit Schulen in staatlicher Trägerschaft verglichen hat.
Von PRO

Foto: National Assembly For Wales (flickr)

„Kirchliche Schulen haben etwas geschafft, woran Deutschlands Schulsystem seit Jahrzehnten scheitert. Sie haben die Schulleistungen von der sozialen Herkunft entkoppelt“, schreibt die Wochenzeitung „Die Zeit“ in ihrer aktuellen Ausgabe über die Forschungsergebnisse, die bereits im Sommer 2005 vorgestellt wurden.

Bei der Auswertung der Pisa-Studie im Jahr 2003 hatte die Gesellschaft für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit, OECD, kritisiert, dass in Deutschland Kinder aus unteren Einkommensschichten deutlich schlechtere Bildungschancen haben als andere Kinder. 22 Prozent der Schüler gehören laut OECD zur so genannten “Risikogruppe”. Das Bildungsergebnis dieser Jugendlichen reicht nicht für den erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung oder den Berufseinstieg. Mit diesem Ergebnis lag Deutschland im hinteren Drittel unter den Pisa-Teilnehmerländern.

Günstiges Erziehungsmilieu an kirchlichen Schulen

Die Studie „Erträge von Erziehungs- und Bildungsprozessen in evangelischer Trägerschaft in Deutschland“, die in Zusammenarbeit mit dem PISA-Konsortium durchgeführt wurde, förderte diesbezüglich positive Ergebnisse zutage. Der Anteil von so genannten „Risikoschülern“ an Schulen evangelischer Trägerschaft sei „deutlich geringer als im staatlichen Bildungswesen“. Dies sei auf die Qualität der Schulen zurück zu führen, hob die Nürnberger Erziehungswissenschaftlerin und Mitautorin der Studie, Annette Scheunpflug, hervor. „Damit bieten die Schulen in evangelischer Trägerschaft ein günstiges Erziehungs- und Sozialisationsmilieu“, so ihr Fazit.

Das positive Klima in allen untersuchten Einrichtungen führe außerdem dazu, dass Schüler eigene religiöse Erfahrungen machen und damit Glauben im Lebensvollzug konkret erfahren könnten. So zeigten die Schüler der konfessionellen Schulen ein besseres Leseverständnis als die Vergleichsgruppe.

Konfessionelle Schulen sind schon da, wo die staatlichen hinwollen

Dass dieses Beispiel nicht nur für evangelische Schulen gilt, wollte wohl die „Zeit“ in ihrem Artikel aufzeigen und besuchte das katholische Canisius-Kolleg in Berlin. An dieser Privatschule „lernen keineswegs vor allem die Kinder betuchter Akademiker, nein, viele Arbeiterkinder sind darunter und der Ausländeranteil der Schule erreicht einen für Gymnasien phänomenalen Wert von 30 Prozent“, so Redakteur Jan-Martin Wiarda. “Damit sind diese Schulen schon da, wo die staatlichen erst noch hinwollen.”

Insgesamt besuchen laut „Zeit“ eine halbe Million Schüler die rund 1.000 evangelischen und katholischen Schulen in Deutschland.

Die Studie ist als Buch erschienen im Waxmann-Verlag unter dem Titel: “leben – lernen – glauben. Zur Qualität evangelischer Schulen“. Autoren sind Claudia Standfest, Olaf Köller und Annette Scheunpflug. Preis:19, 90 Euro. ISBN 3-8309-1536-5

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