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Schönborn: Internetseite “kreuz.net” nicht katholisch

In aller Deutlichkeit hat sich der Erzbischof von Wien Christoph Kardinal Schönborn von der Internetseite "kreuz.net" distanziert. Es handle sich bei dem Portal um "kein katholisches Medium". Dies sei seit langem sichtbar, sagte er zum Abschluss der Herbstvollversammlung der Österreichischen Bischofskonferenz.
Von PRO

Foto: F. J. Rupprecht

Die Katholische Nachrichtenagentur "kathpress" zitiert Schönborn mit den Worten, dass er die Seite aus "psychohygienischen Gründen" persönlich nicht verfolge, wiewohl er selbst "ein besonderes Liebkind untergriffiger polemischer Kritik" zu sein scheine. Zu den vermeintlichen Betreibern der Seite wollte sich Schönborn nicht äußern. Es gebe derzeit Vermutungen, aber nichts Konkretes.

Offiziell firmiert kreuz.net als Portal für "katholische Nachrichten". In die Kritik geraten war es allerdings durch verfassungsfeindliche Inhalte wie die Leugnung des Holocausts. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte sich von kreuz.net distanziert. Philip Saß, Betreiber des Watchblogs "Episodenfisch", der in erster Linie das Portal kath.net beobachtet, erklärt gegenüber der "taz", dass man "nicht lange suchen muss, um grundlegende Positionen von ‘kreuz.net’ ähnlich in offiziellen Papieren des Vatikan zu finden".

15.000 Euro Belohnung

Der Provider von kreuz.net sitzt in den USA. Trotzdem wäre ein Urteil dazu auch in Deutschland möglich. Im Jahr 2000 hatte der Bundesgerichtshof in einem Grundsatzurteil entschieden, dass ein australischer Holocaust-Leugner nach deutschem Strafrecht zur Rechenschaft gezogen werden kann, obwohl das Leugnen des Holocausts in Australien nicht verboten ist. Maßgeblich dafür, ob deutsches Strafrecht angewendet wird, ist, ob die volksverhetzerischen Inhalte in Deutschland abrufbar sind.

Der Berliner Bruno Gmünder-Verlag sammelt indes Hinweise, die zu den Machern der Seite führen sollen. Der Verlag überreichte laut "Spiegel Online" der Staatsanwaltschalt eine Liste mit fünf Verdächtigen. Bei allen soll es sich um Mitarbeiter der katholischen Kirche handeln. Für Hinweise, die zu den Hintermännern des Portals führen, hatte der Verlag eine Belohnung von 15.000 Euro ausgesetzt. Laut "taz" hatten bis vergangenen Mittwoch verschiedene Personen für die Aktion "Stopp kreuz.net" 23.500 Euro gesammelt. (pro)

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