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Schneider: Mit der Bibel Demokratie leben

Ein klares Bekenntnis zur demokratischen Streitkultur hat der Präses der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, beim traditionellen Johannisempfang am Donnerstag in Berlin abgelegt. Vor Spitzenpolitikern wie Kanzlerin Angela Merkel oder Innenminister Thomas de Maizière betonte er, eine Gesellschaft entwickle sich weiter, wenn alle Mitglieder gleichberechtigt seien – und nicht, wenn sie in Hierarchien lebten.

Von PRO

Foto: Elke Wetzig/wikipedia

Die ganze Gesellschaft müsse sich "als Lerngemeinschaft begreifen und wechselseitig in Anspruch nehmen", sagte Schneider. Dazu gehöre auch, dass sie sich für Gottes Wort öffne. Durch die Begegnung mit Gottes Wort gewönnen Christen "Distanz zur bedrängenden Gegenwart" und "neue Perspektiven". Schneider sagte weiter: "In Jesus Christus wird Gott so lebendig, dass sich seine Gebote und Weisungen in die Lebensgeschichte des Mannes aus Nazareth verwandeln. Seine Geschichten und sein Lebensvorbild sprechen neben dem Verstand alle unsere Sinne an und schaffen Bindungen, die von den Ansprüchen gegenwärtiger Zwänge befreien. Hierbei zeigt sich ein effektives Lernprinzip: Wir lernen in Beziehungen besonders gut. Zur intellektuellen Anleitung kommt das persönliche Vorbild. Einsicht verbindet sich mit Ermutigung."

Eine Gesellschaft, die sich weiterentwickeln wolle, müsse "Schritte zur Verhaltensänderung" gehen. Diese Aufgabe sei verwandt mit dem biblischen Gedanken der Umkehr. Dieser enthalte ein Wissen darum, dass es ein "Zu spät" gebe. Deshalb müsse, wer Verantwortung wahrnehmen wolle, "mutig neue Schritte gehen".

Kirchen gratulieren neuem Präsidenten

Zu Gast war Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und auch der unterlegene Präsidentschaftskandidat Joachim Gauck. Der neu gewählte Bundespräsident Christian Wulff war verhindert. Bereits am Mittwoch hatten die evangelische und katholische Kirche dem bisherigen niedersächsischen Ministerpräsidenten zu seinem neuen Amt gratuliert. "Ihr neues Amt übernehmen Sie in einer unruhigen Zeit. Die Sehnsucht nach Kontinuität, Orientierung und Gerechtigkeit ist groß", hatte Schneider nach der Abstimmung am Mittwoch erklärt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hatte Wulff die "ungeteilte Unterstützung der Deutschen Bischofskonferenz" zugesagt: "Die katholische Kirche ist nicht nur interessiert, sondern empfindet die Verpflichtung, an der Gestaltung und am Wohlergehen unseres Staates mitzuwirken." Beim Johannisempfang würdigten die Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft auch Wulffs Herausforderer Gauck mit langem Applaus.

Neben Merkel und Gauck waren Bildungsministerin Annette Schavan, Innenminister Thomas de Maizière (beide CDU), SPD-Parteichef Sigmar Gabriel, SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier, der Vorsitzende der Unions-Fraktion, Volker Kauder (CDU), sowie die Bundestagsvizepräsidenten Wolfgang Thierse (SPD) und Katrin Göring-Eckardt (Grüne) zum Johannisempfang am Berliner Gendarmenmarkt gekommen, den die EKD jährlich anlässlich der Geburt Johannes des Täufers zelebriert. (pro)

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