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Schirrmacher: Islam braucht Gewaltverzicht

Die Islamwissenschaftlerin Christine Schirrmacher hat in Berlin eine innerislamische Debatte über Gewalt im Namen der Religion gefordert. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, warb hingegen um Vertrauen.
Von PRO
Christine Schirrmacher und Aiman Mazyek sind sich in Sachen Gewalt und Islam nicht einig

Foto: pro

Christine Schirrmacher und Aiman Mazyek sind sich in Sachen Gewalt und Islam nicht einig
Schirrmacher erklärte im Rahmen der Berliner Sicherheitsgespräche zum Thema Islamismus: „Wir brauchen Bekenntnisse und Äußerungen von Theologen und Imamen zum Thema Religionsfreiheit.“ Bis heute gebe es im Islam „keine grundsätzliche Absage“ an die Lehre des gewalttätigen Dschihad oder eine allgemeine Zusage zur Gleichberechtigung für Frauen oder der Religionen. Es sei ein guter Schritt gewesen, Lehrstühle für Imame in Deutschland zuzulassen. Es könne aber nicht sein, dass Reformer wie der Münsteraner Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide von islamischer Seite als Abweichler kritisiert würden. Schirrmacher forderte einen Verzicht der Moscheegemeinden auf einen politischen Anspruch. Nur so könnten Islam und Demokratie vereinbar sein, so wie es bereits von vielen Menschen gelebt werde. Schirrmacher warnte vor einem Generalverdacht gegenüber Muslimen. Auch Fremdenhass fördere den Radikalismus.

„Der Islam hat einen gewaltigen Imageschaden“

Der Vorsitzende des Zentralsrats der Muslime, Aiman Mazyek, wandte sich gegen Schirrmachers Forderung nach einer innerislamischen Debatte über Gewalt im Islam. „Wir werden nicht als Muslime in diesem Land in der Lage sein, die Welt zu verändern“, erklärte er. Es helfe nicht, wenn Minderheitenpositionen, wie die der Extremisten, andauernd diskutiert würden. Das sei „Wasser auf die Mühlen der Radikalen, nur weil sie besonders laut krakeelen“. Er vermisse eine Trennschärfe in der Debatte um den Islam. Übergriffe auf Moscheen hätten zugenommen, auch, weil nicht zwischen Muslimen und Islamisten unterschieden werde und Verbrechen oft unreflektiert dem Islam angerechnet würden. Der Islamismus müsse stattdessen mit dem Islam bekämpft werde. „Begreift uns Muslime als Teil der Gesellschaft“, rief er die Zuhörer auf. Er wünsche sich ein „gesundes Grundvertrauen“ in die Muslime in Deutschland. „Daran fehlt es oft. Der Islam hat einen gewaltigen Imageschaden.“

Innenminister: Keine Panik!

Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagte im Bezug auf eine islamistische Gefahr in Deutschland: „Es gibt keine völlige Sicherheit vor Gewaltverbrechen.“ Die Zahl islamistischer Ausreisewilliger steige. Er bekräftigte seine Forderung nach einer Einführung der Vorratsdatenspeicherung. Unsicherheit oder gar Panik seien dennoch fehl am Platz. Niemand in Deutschland solle sich durch Terror in seiner Freiheit beschränken lassen. (pro)
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https://www.pro-medienmagazin.de/nachrichten/detailansicht/aktuell/mazyek-greift-schirrmacher-an-79780/
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