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Schalke-Lied erbost Moslems

Weil die Vereinshymne des Traditionsfußballclubs Schalke 04 den muslimischen Propheten Mohammed angeblich kränkt, protestieren Moslems und fordern eine Änderung des Textes. Türkische Medien hatten auf die dritte Strophe des Schalke-Liedes aufmerksam gemacht - obwohl das Lied seit Jahrzehnten von Fans gesungen wird.
Von PRO

Foto: Mark Freeman

In der dritten Strophe des Liedes "Blau und Weiß, wie lieb ich Dich", das vor dem Anpfiff jedes Heimspiels von den Fans gesungen wird, heißt es: "Mohammed war ein Prophet, der vom Fußballspielen nichts versteht. Doch aus all der schönen Farbenpracht hat er sich das Blau und Weiße ausgedacht." Der Text wurde 1924 von Hans J. König verfasst und 1963 geändert. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, haben türkische Medien in den Zeilen eine "Verhöhnung des Propheten Mohammed" ausgemacht.

Seit einigen Tagen protestieren Muslime, vor allem Anhänger des Traditionsvereins, der 1904 von Fußallbegeisterten aus dem Gelsenkirchener Stadtteil Schalke gegründet wurde. In E-Mails an die Führung von FC Schalke 04 heißt es etwa: "Ihr verdammten Hurensöhne werdet euer beschissenes Lied sofort ändern! Was hat unser Prophet mit eurem ungläubigen Lied zu tun? Löscht diesen Teil oder ihr müsst die Konsequenzen tragen!"

Manche drohen mit dem Boykott der kommenden Spiele und der Fan-Artikel. Der Betreiber der deutschen Webseite "Muslim-Markt" hat einen Text ins Netz gestellt, den empörte muslimische Fans an die Chefs ihres Lieblingsvereins schicken können. Darin heißt es: "Inzwischen haben sich Muslime in Deutschland ja an so manche Beleidigung und selbst Hetze auf Hofberichterstatterniveau wie auch von Politikern gewöhnt. Dass aber auch ein Bundesligaverein, der viele muslimische Fans haben dürfte, in diese Beleidigungsorgie einsteigen muss, ist traurig – aber nicht neu!" Der Autor schreibt weiter: "Ich gehe nicht davon aus, dass das Lied auf Böswilligkeit gegenüber dem Islam und dem Muslimen beruht, denn sonst würde ich für immer dem Verein den Rücken kehren, sondern auf Unachtsamkeit." Der Text verbreitete sich über verschiedene Internetforen muslimischer Organisationen und wird derzeit in Protestbriefen gegen den FC Schalke 04 verwendet.

Schalke als Religion

Die Vereinschefs teilten mit, man wolle anerkannte Islamwissenschaftler zu dem Fall befragen. Der Vorsitzende des Schalker Ehrenrates, Hans-Joachim Dohm, ein pensionierter Pfarrer, will die Proteste wegen der Mohammed-Strophe in der Vereinshymne nicht einfach ignorieren. "Zunächst müssen wir aber klären, ob es sich hier um künstliche Empörung oder ehrliche Überzeugung handelt", sagte Dohm laut der "Süddeutschen Zeitung". Wenn sich Gläubige des Islam durch das Schalke-Lied verletzt fühlten, sei dies aber durchaus ernst zu nehmen, erklärt Dohm. "Deshalb sollten wir das Gespräch suchen."

Mit einem Streichen der Mohammed-Strophe ist der Glaubensstreit nach Einschätzung des Schalke-Pfarrers aber kaum beizulegen: "Das würde vermutlich starke emotionale Gegenreaktionen hervorrufen." Für viele Anhänger des Vereins FC Schalke 04 ist Fußball eine Art Religion. Der einstige Rechtsaußen Rüdiger Abramczik wurde "Flankengott" genannt, eine Fan-Zeitschrift heißt "Schalke unser". Die Funktionäre des Clubs überreichten Papst Johannes Paul II. 1987 nach einem Gottesdienst im Gelsenkirchener Parkstadion eine Urkunde als "Ehrenmitglied" des FC Schalke 04. Das Katholiken-Oberhaupt nahm "gerne und dankend" an. (PRO)

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