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Saudi-Arabien verbietet Papst-Cover

Die saudische Regierung hat die Veröffentlichung der arabischen Ausgabe des Magazins National Geographic verboten, weil Papst Franziskus auf dem Titelblatt abgebildet ist. Chefredakteur Alsaad Omar al-Menhali twitterte, es habe „kulturelle Gründe“.
Von PRO
Zensur: In Saudi-Arabien ist das Bild vom Papst verboten.

Foto: ngalarabiya/twitter

Zensur: In Saudi-Arabien ist das Bild vom Papst verboten.
National Geographic widmete dem Papst die Titelgeschichte und befasste sich darin mit den von Franziskus angestrebten Reformen. Die Schlagzeile lautet: „Die Kirchenreform – So führt Franziskus die stille Revolution an“. Auf dem Titelblatt des Magazins ist der Papst in der Sixtinischen Kapelle zu sehen. Für den Großmufti Saudi-Arabiens sei das schon ein zu großes Ärgernis, meldete Spiegel Online am Mittwoch. Allein das Bild des Papstes könne als Provokation verstanden werden, heißt es weiter. Aber auch das Editorial des Chefredakteurs habe zu Kontroversen geführt. Darin habe Alsaad Omar al-Menhali zu den Reformen des Papstes Stellung bezogen und gleichzeitig andere Religionen zum Umdenken aufgefordert. Religiöse Institutionen sollten sich dem Wandel in der Welt nicht versperren, schrieb der Journalist. Auf Twitter informierte und entschuldigte sich al-Menhali bei den Lesern und nannte als Grund für das Verbot kulturelle Differenzen.

Bibel verboten

Saudi-Arabien ist von einer strengen Auslegung des sunnitischen Islam geprägt, dem Wahhabismus. Religionsfreiheit ist weder im Grundgesetz noch in der Verfassung verankert. Die Bevölkerung untersteht der Rechtsprechung nach der islamischen Rechtsordnung Scharia. Anhänger anderer Religionen dürfen ihren Glauben nicht offen ausleben, Apostasie, also der Abfall vom Islam, kann mit dem Tod bestraft werden. Nach Angaben des Hilfswerks „Open Doors“ gibt es keine Kirchengebäude im Land. Der Druck oder Import von Bibeln sei nicht erlaubt. Diese Restriktionen gelten überwiegend auch für ausländische Christen und Gastarbeiter. Religiöse Einschränkungen gelten nicht nur für Christen, sondern auch für Schiiten, Juden, Hindus und weitere Minderheiten im Land. In der saudischen Gesellschaft herrsche insgesamt ein großer Vorbehalt gegenüber anderen Religionen, als dem Islam. (pro)
https://www.pro-medienmagazin.de/gesellschaft/detailansicht/aktuell/missverstandene-scharia-89699/
https://www.pro-medienmagazin.de/politik/detailansicht/aktuell/karikaturen-sind-nicht-zu-verbieten-92026/
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