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Salafiten-Karikaturist droht Prozess

Wegen Mickey Mouse hinter Gitter wandern: Das droht nun einem ägyptischen Milliardär und Christen. Via Twitter hatte er eine Karikatur verbreitet, die die Comic-Figur mit langem Bart und dem Gewand der radikal-islamischen Salafiten zeigt.

Von PRO

Foto: Naguib Sawiris via Twitter

Der ägyptische Milliardär und Politiker Naguib Sawiris soll wegen einer Karikatur vor Gericht gestellt werden, die angeblich den Islam beleidigt. Das regierungsnahe ägyptische Nachrichtenportal "Ahram Online" meldete am Montag, die Staatsanwaltschaft habe den Fall dem Strafgericht des Kairoer Bezirks Bulak Abu al-Ela übergeben. Dies bestritt sein Anwalt Naguib Gubrail jedoch. Gubrail, der auch Vorsitzender der Ägyptischen Union für Menschenrechte ist, sagte der "Deutschen Presse-Agentur" (dpa), er habe bei dem Gericht am Montag vorgesprochen. Dort habe man von einer angeblichen Eröffnung des Verfahrens nichts gewusst.Sawiris ist koptischer Christ und Gründer der liberalen Partei der Freien Ägypter. Ein islamistischer Anwalt hatte ihn angezeigt wegen Blasphemie und "Beleidigung des Islam".

Im vergangenen Sommer hatte der Mobilfunk-Magnat die Comic-Karikatur verbreitet. Neben dem Islamisten-Mickey steht seine Gefährtin Minnie Mouse, die einen schwarzen Gesichtsschleier trägt. Die Angehörigen der Islamisten-Parteien beschimpften Sawiris daraufhin und riefen zum Boykott des Mobilfunk-Betreibers "Mobinil" auf. Sawaris hatte später zwar erklärt, er bedauere, dass sich einige Muslime durch die Karikatur beleidigt gefühlt hätten. Die Salafiten-Bewegung lehnte seine Entschuldigung jedoch ab.

Für liberale Ägypter ist der Fall ein Gradmesser für die Meinungsfreiheit im Ägypten nach dem Sturz von Präsident Husni Mubarak. Sie argumentieren zudem, es sei falsch, die Salafiten – über die sich der Karikaturist lustig macht – mit dem Islam gleichzusetzen. Die größte Partei der Salafiten – die Partei des Lichts – hatte bei der ersten Parlamentswahl seit dem Abgang von Mubarak im vergangenen Februar etwa 20 Prozent der Stimmen erhalten und damit deutlich besser abgeschnitten als das Wahlbündnis von Sawiris. (pro/dpa)

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