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Sag, wie hältst Du es mit der Religion, Obama?

Wie hält es der wohl mächtigste Mann der Welt mit der Religion? Er selbst erklärt, dass sie für ihn Privatsache sei. Darüber, woran Barack Obama glaubt, schreibt der Jenaer Theologiestudent Markus Voss in der Zeit-Beilage „Christ und Welt“. Voss arbeitet an einem Buch über Obama, dessen Reden und dessen Glauben.
Von PRO

Foto: U.S. Government (Public Domain)

Aus Voss’ Sicht spielt der Glaube im Tagesablauf von Obama immer wieder eine Rolle. Morgens nutze er die Zeit nach dem Aufstehen zum Beten und Bibellesen, berichteten Menschen aus seinem näheren Umfeld und seine geistlichen Berater, die ihn auch bei wichtigen Entscheidungen unterstützen und die mit Obama um Weisung beteten. Für Obama sei es dann an der Zeit "nach innen zu hören und um Vergebung, um Mitgefühl und um Demut zu bitten".

Favoriten für den amerikanischen Präsidenten sind der Prophet Jesaja und die Psalmen. In schweren Zeiten habe er auch wiederholt im Buch Hiob gelesen. Er bevorzuge Stellen, „die Menschen inspirieren, in Situationen von Anfechtung und Widerstand große Kraft aufzubringen“. Dazu gehöre auch die Bibelstelle aus dem Hebräer-Brief: „Glaube aber ist: Feststehen in dem, was man erhofft, überzeugt sein von Dingen, die man nicht sieht.“ Um sich selbst zur Geduld zu mahnen, lese er das Prediger-Wort „Alles hat seine Zeit“. Zudem erhalte er täglich von einem Berater in religiöse Angelegenheiten eine SMS mit einem Bibelwort.

Voss hebt die starken Leitvorstellungen von Barack Obama heraus. Christliche Werte habe er schon in der katholischen Grundschule vermittelt bekommen. Die Entscheidung für den Glauben fiel aber erst nach dem Studium. Praktisch werde der Glaube für ihn als "liebender Ehemann, unterstützender Vater, guter Nachbar oder hilfsbereiter Kollege". In jenen Situationen helfe man dabei, Gottes Reich auf die Erde zu bringen.

Arbeit hat moralische Qualität

Seine politische Arbeit betrachtet Obama, Voss zufolge, in einem Spektrum moralischer Qualität. Die verabschiedeten Gesetze seien eine Kodifizierung des moralisch als richtig Erkannten und „sollten sie Instrumente zum Guten sein“. Dies verleihe der Moral eine nicht zu unterschätzende religiöse Komponente. Zudem brauche Obama vor wichtigen Entscheidungen die Stille: „Die leise Stimme Gottes ist für ihn in, mit und unter der lauteren Stimme des Gewissens zu finden“, schreibt Voss. Alle zwei Wochen würde der Präsident auch Gottesdienste in sehr kleiner Runde besuchen. In seinen Alltag hinein begleite ihn oft die Frage, ob er seiner hohen Verantwortung gerecht werde. „Das ist für ihn eine spirituelle Frage, sie mündet oft in Schuldgefühlen“, interpretiert Voss. (pro)

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