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„Säkularisiertes Christentum“ der NRW-CDU

Die CDU muss eine „kritische Verbundenheit“ zu den Kirchen pflegen. Dafür plädiert der Vorsitzende der CDU in Nordrhein-Westfalen Armin Laschet. Mit dieser Haltung möchte er Menschen entgegengekommen, die nicht mehr in die Kirche gehen, aber christliche Werte schätzen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) erklärt dessen Vorstellung von Christentum in der Politik.
Von PRO

Foto: boellstiftung / CC-BY-SA 2.0

Mit der Idee eines „säkularisierten Christentums“ wolle Laschet einer sich zunehmend säkularisierenden Gesellschaft entgegenkommen. Kirchenbesuche nähmen zwar ab, doch seien christliche Werte weiterhin „hochgeachtet“. Aus diesem Grund warne Laschet seine Partei davor, beliebig zu wirken. Das „christliche Menschenbild“ sei zentral für die Programmatik der Union. Damit rede der 52-Jährige jedoch nicht einer „christlichen Politik“ das Wort, sondern meine eine „christlich motivierte und begründete, wertezentrierte Politik“, schreibt die FAZ.

Die Zeitung führt als Beispiel die Haltung Laschets zur „Homo-Ehe“ an. Laschet kritisiere die Überlegungen der Bundes-CDU, gleichgeschlechtliche Partnerschaften der traditionellen Ehe rechtlich gleichzustellen. Im Vergleich mit anderen Konservativen der Partei begründe er dies jedoch differenzierter: Gleichmacherei gehöre nicht zu den Kennzeichen der Unions-Politik, vielmehr sei das Thema Ehe, Kinder und Familie der Markenkern der Partei. Auch der Staat habe kein Interesse an völliger Gleichstellung, sondern an einer Förderung eines Lebens mit Kindern, um die Generationenfolge sicherzustellen. Aus diesem Grund trete Laschet etwa dafür ein, das Ehegatten-Splitting zum Familien-Splitting zu erweitern.

„Kritische Verbundenheit“ mit den Kirchen

Wie die FAZ analysiert, „zerrinnen die kirchlichen Millieus, die religiösen, weltanschaulichen Wurzelgründe der CDU“. Die politische Bindung vieler Katholiken habe abgenommen, in der evangelischen Amtskirche wendeten sich viele der SPD oder den Grünen zu. Im Sinne des „säkularen Christentums“ müsse die Union daher eine „kritische Verbundenheit“ zu den Kirchen pflegen. Denn einerseits dürfe die CDU nicht zu einer rein konservativen Partei mutieren, wie es in England der Fall ist. Andererseits dürfe sie nicht zu einer „sektiererischen Bibelpartei“ schrumpfen.

Zu dieser Haltung zu den Kirchen gehöre jedoch auch, diese in Schutz zu nehmen. Manche Medien und politische Wettbewerber wollten mit ihrer Häme und Fundamentalkritik vor allem an der katholischen Kirche letztlich auch die Volkspartei CDU schwächen, sagt Laschet.

Armin Laschet ist seit Juni 2012 Vorsitzender der nordrhein-westfälischen CDU, des größten Landesverbandes der Union. Zuvor war der Jurist von 2005 bis 2010 Familienminister. Der Vater dreier Kinder ist außerdem Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. (pro)

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