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Russischer Kirchenkritiker Adelgejm erstochen

Der russisch-orthodoxe Priester und Kirchenkritiker Pawel Adelgejm ist am Dienstag in Pskow, im Nordwesten Russlands, erstochen worden. Adelgejm hatte sich für die Punkband „Pussy Riot“ eingesetzt. Außerdem hatte er zu mehr Toleranz gegenüber homosexuellen Partnerschaften aufgefordert.
Von PRO

Foto: Horvat / Wikipedia (Public Domain)

Nach Angaben der örtlichen Polizei hat ein 27-Jähriger die Tat begangen. Seine Motive sind noch unklar. Die Beamten untersuchen nun, wie es zu der Tat kam und welches Motiv der Mann gehabt haben könnte. Kurz nach dem Mord hatte sich der Täter mit einem Messer selbst verletzt, er schwebt derzeit in Lebensgefahr.

Adelgejm hatte sich im Prozess um die Punkband „Pussy Riot“ gegen die russische Kirche gestellt und das Vorgehen gegen die Frauen stark kritisiert. Zwei Mitglieder der Band waren im vergangenen Jahr wegen eines Punkgebets in einer Moskauer Kirche gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin des Rowdytums aus religiösem Hass schuldig gesprochen und zu zwei Jahren Straflager verurteilt worden.

Außerdem setzte sich der Priester für mehr Respekt gegenüber Homosexuellen ein. „Die russisch-orthodoxe Kirche lässt solche Ehen zwar nicht zu, aber rechtlich gesehen darf der Staat die Basis dafür schaffen“, hatte er geäußert. Weiterhin sagte er, dass er mit der Kirchenpolitik des Partriarchen Kyrill I., nicht einverstanden sei.

Erzdiakon Andrej Kurajew, der ebenfalls als Kirchenkritiker gilt, bezeichnete Adelgejms Tod als großen Verlust für die russisch-orthodoxe Kirche: „Er war der letzte freie Priester des Moskauer Patriarchats.“ (dpa/pro)

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