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„Rufmord an 1,5 Millionen Bürgern“

Die „fatale Gleichsetzung“ von Salafisten und Evangelikalen hat die gesellschaftliche Mitte erreicht – und das völlig zu Unrecht. Das schreibt der Journalist Till-R. Stoldt in der Welt am Sonntag und zeigt grundlegende Unterschiede zwischen überzeugten Christen und Muslimen auf.
Von PRO

Foto: Schängel/Wikipedia

Die Äußerungen des Islamwissenschaftlers Rüdiger Lohlker, der Salafismus sei Öffnet externen Link in neuem Fenster„die islamische Ausprägung eines Evangelikalismus“, haben im Januar Öffnet externen Link in neuem Fensterdeutlichen Widerspruch von Seiten der Deutschen Evangelischen Allianz hervorgerufen. Dass genau diese Gleichsetzung aber in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, prangert nun der Journalist Till-R. Stoldt in einem in der Welt am Sonntag und auf Öffnet externen Link in neuem FensterWelt Online erschienenen Kommentar an. Er fragt: „Wo stecken sie bloß, die christlichen Bombenleger aus deutschen Landen? Die ein ,Vaterunser‘ beten, bevor sie ins Terrorcamp abreisen? Die in der Bergpredigt schmökern, bevor sie einen Mordaufruf ins Internet stellen?“

Diese Fragen, so der Autor, seien berechtigt, da auch muslimische Verbände in Deutschland vor einer „Gefahr durch evangelische Fundamentalisten“ warnten. So habe der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, erklärt, dass in der evangelischen Kirche immer mehr Fundamentalisten den Ton angäben. Ihnen müsse man den Kampf erklären. Stoldt führt an, dass auch ein Öffnet externen Link in neuem FensterPfarrer beim „Wort zum Sonntag“ und eine CDU-Politikerin beide Gruppen in einen Topf geworfen hätten.

Stoldt erklärt, dass Evangelikale und Salafisten in ihrem Glaubensernst durchaus Parallelen haben, aber: „Wer bei Evangelikalen und Salafisten Gemeinsamkeiten anstelle von Unterschieden hervorhebt, der verzerrt die Realität, verharmlost die Herausforderung durch den hiesigen Verbandsislam und verunglimpft eine Bevölkerungsgruppe.“

Radikale Muslime bestrafen Homosexuelle mit dem Tod

Der Autor erklärt, dass Evangelikale und radikale Muslime laut Vorurteil in der Ablehnung von Homosexualität einig seien. Er berichtet, dass es in Deutschland evangelikale Psychologen gibt, die Homosexuellen, die mit ihrer sexuellen Orientierung unzufrieden sind, eine Therapie anböten. Dies könne man „von Herzen belächeln“, mit der salafistischen „Therapie“ für öffentlich gelebte Homosexualität jedoch nicht vergleichen: „Die heißt: Todesstrafe.“

Der Kommentar endet mit der Aufforderung, weder „die“ Evangelikalen noch „die“ Muslime aufgrund einzelner Repräsentanten, die sich falsch verhielten, vorzuverurteilen.

Till-R. Stoldt wurde 2008 mit dem Medienpreis „Goldener Kompass“ des Christlichen Medienverbundes KEP, zu dem auch das Christliche Medienmagazin pro gehört, ausgezeichnet. Er schreibt für die Publikationen der Welt-Gruppe. (pro)

http://www.welt.de/regionales/koeln/article113852537/Sind-Salafisten-die-Evangelikalen-des-Islam.html
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