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Rückzug nach Morddrohungen

Seyran Ates ist umstritten. Nun hat die türkischstämmige Islamkritikerin ein neues Buch veröffentlicht, in dem sie für eine sexuelle Revolution im Islam plädiert. Nach mehreren Morddrohungen gab die Autorin am Montag ihren Rückzug aus der Öffentlichkeit bekannt.

Von PRO

Foto: pro

Weil sie selbst und ihre Familie in unmittelbarer Gefahr schweben, zieht sich Seyran Ates laut "Deutschlandfunk" komplett aus der Öffentlichkeit zurück. Am 16. Oktober war ihr neues Buch "Der Islam braucht eine sexuelle Revolution" im Ullstein-Verlag erschienen.  "Die Fragen, die sie aufwirft, werden durch brutale Drohungen nicht unterdrückt werden können", erklärte der Verlag nun.

Seyran Ates ist Frauenrechtlerin und Mitglied der deutschen Islamkonferenz. Die türkischstämmige Anwältin sorgt wegen ihres politischen Engagements immer wieder für Proteste unter Muslimen. Wegen gewalttätiger Angriffe und Drohungen durch die türkischen Prozessgegner gab sie im August 2006 bereits vorübergehend ihre Anwaltszulassung zurück. Zudem habe es damals Anfeindungen, etwa durch die Türkische Gemeinde zu Berlin, gegeben, wie Ates erklärte. Der Grund: Sie hatte eine Frau bei einer Scheidung unterstützt. 2007 nahm sie ihre Tätigkeit als Anwältin wieder auf.

"Muslime müssen ihre Rechte erstreiten"

Nun endet auch die Veröffentlichung ihrer neuesten Streitschrift mit einem Rückzug. In "Der Islam braucht eine sexuelle Revolution" wendet sich Ates gegen arrangierte Ehen oder antihomosexuelle Tendenzen im Islam. Sie fordert laut Ullstein: "Genau wie die Frauen und Männer in westlichen Ländern, die in den 60er Jahren erfolgreich für ihre sexuelle Selbstbestimmung gekämpft haben, müssen sich auch die Musliminnen und Muslime ihre Rechte erstreiten. Nur so können Freiheit und Menschenwürde in der islamischen Welt wirklich gelebt werden."

Erst in der vergangenen Woche sorgte auch ein Roman der Autorin Gabriele Brinkmann für Aufsehen. In ihrem Buch thematisiert sie einen sogenannten Ehrenmord. Der Droste-Verlag veröffentlichte es nicht. Die Begründung: "Spätestens nach den Mohammed-Karikaturen weiß man, dass man Sätze oder Zeichnungen, die den Islam diffamieren, nicht veröffentlichen kann, ohne ein Sicherheitsrisiko einzugehen." Unter dem Titel "Ehre, wem Ehre…" erscheint das Buch nun im Leda-Verlag. (PRO)    

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