Rita Süssmuth zog Kraft aus Gott

Die langjährige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth ist tot. Noch im vergangenen Jahr sprach sie in einem Interview über ihren Glauben.
Von Anna Lutz

Die ehemalige Bundesministerin und Präsidentin des Deutschen Bundestages, Rita Süssmuth ist gestorben. Das teilte der Deutsche Bundestag am Sonntag mit. Sie wurde 88 Jahre alt. 

Süssmuth war von 1985 bis 1988 für die CDU Familienministerin unter Kanzler Helmut Kohl. Danach war sie von 1988 bis 1998 zehn Jahre lang Bundestagspräsidentin. In ihre Amtszeit fiel unter anderem der Mauerfall. Sie saß insgesamt 15 Jahre lang im Bundestag und engagierte sich als Frauen und Familienpolitikerin. 

Besonderes Verhältnis zu Gott

„Im Namen des Deutschen Bundestages verneige ich mich vor einer politischen Ausnahmeerscheinung“, würdigte die amtierende Bundestagspräsidentin Julia Klöckner Süssmuth am Sonntag. Sie sei eine „leidenschaftliche Vordenkerin in der Frauen- und Familienpolitik“ gewesen und habe die Gleichberechtigung von Frauen vorangetrieben. „Ihre Haltung war durchweg geprägt von Empathie, Respekt vor dem Individuum und von Nächstenliebe. Diese Haltung wurzelte in ihrem katholischen Glauben. Rita Süssmuth zog zeitlebens Kraft aus ihrem besonderen Verhältnis zu Gott.“

Über ihren Glauben sprach Süssmuth auch in einem Interview im Jahr 2025 mit der „Zeit“. Da sagte sie: „Ich baue nicht allein auf mich. Ich brauche Menschen, die mitmachen. Und ich habe ein Verhältnis zu Gott. Ich weiß nicht immer genau, was mit ihm ist. Manchmal, wenn ich enttäuscht bin, denke ich: Du bist ja gar nicht da. Aber ich baue auf diesen Glauben. Das gibt Kraft.“ In die Kirche, so erklärte sie, gehe sie seltener, weil sie schlecht laufen könne. Aber sie sei ihr ein vertrauter Raum. „Ich bin davon überzeugt, dass wir nicht aus dem Nichts kommen.“

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