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Religiosität beeinflusst die Werteentwicklung von Kindern

"Vor allem die Religion und die mit ihr verbundenen Werte haben eine zentrale Bedeutung in der Sozialisation von Kindern." Dies bilanziert der Heidelberger Universitätsprofessor Dieter Hermann. Der Soziologe am Institut für Kriminologie hat deutschlandweit 2.000 Familien mit ihren Kindern bezüglich ihrer Werte befragt.

Von PRO

Foto: privat

In der in vier Befragungswellen gegliederten Längsschnittstudie
untersucht die Forschungsgruppe "Religion und Gesellschaft", wie
religiöse Wertorientierungen entstehen und welche Bedeutung sie für das
Vertrauen in Institutionen und Menschen haben. "Interessant ist dabei,
dass die Antworten der Eltern nur in einem einzigen Bereich einen
starken Zusammenhang mit den Antworten der Kinder aufweisen – nämlich im
Bereich der Religion. Die religiösen Werte sind somit eine Folie für
die anderen Werte, die sich im Laufe des Lebens entwickeln",
verdeutlichte Hermann im Gespräch mit pro.

In anderen Bereichen korrespondierten Eltern- und Kinderwerte deutlich geringer. "Die religiöse Orientierung der Kinder wird in erster Linie von den Eltern vermittelt", erläutert der Wissenschaftler. Die Akzeptanz religiöser Wertorientierungen wirke sich auf die Ausbildung anderer Wertebereiche aus und habe somit Einfluss auf die spätere Lebensführung. "Durch ähnliche Studien mit Familien mit Kindergartenkindern wissen wir, dass es dort bei keinem erhobenen Wert einen starken Zusammenhang gibt. Das bedeutet, dass die Vermittlung von Werten zwischen dem 6. und 8. Lebensjahr beginnt", so Hermann gegenüber pro.

"Auch Kinder haben Werte"

"Bisher gingen viele Wissenschaftler davon aus, dass Kinder keine Werte haben. Ihre Antworten auf die Fragen nach Wertorientierungen sind aber inhaltlich plausibel und konsistent, so dass wir jetzt sagen können: Auch Kinder haben Werte.’" Die Ergebnisse der ersten Befragungswelle deuteten aus Hermanns Sicht darauf hin, dass christliche Religiosität mit einem höheren Vertrauen in Personen und Institutionen einhergehe.

"Vertrauen ist Teil des Sozialkapitals einer Gesellschaft und wird mit gesellschaftlicher Stabilität, politischer Partizipation und Akzeptanz demokratischer Regierungsformen in Verbindung gebracht. Somit trägt die christliche Religion zum Zusammenhalt in der Gesellschaft bei", analysiert Hermann. "Werte haben im späteren Leben auch einen hohen Einfluss auf Gewaltbereitschaft, Zuverlässigkeit und Leistung von Menschen." Somit sei die Religiosität auch ein Schlüsselpunkt für die gesamte gesellschaftliche Entwicklung.

Der Forschungsgruppe "Religion und Gesellschaft" gehören neben Hermann (Heidelberg) die Religionspädagogen Albert Biesinger (Tübingen) und Reinhold Boschki (Bonn), der Theologe Norbert Mette (Dortmund) sowie Klaus Kießling von der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt am Main an. Informationen zu dem Projekt, das im März 2010 gestartet ist, sind auf der Internetseite http://www.frg.de.tf zu finden. (pro)

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