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Religionsgemeinschaften helfen bei Kampf gegen Pandemie

Eine neue Studie zeigt: Religiöse Akteure spielen bei der Bekämpfung der Corona-Krise eine Schlüsselrolle. Dabei benennt die Untersuchung positive Aspekte, warnt aber auch vor radikalen religiösen Kräften.
Von Martin Schlorke
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Caroline Hillenbrand promoviert aktuell am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster zum Thema: „Religion als Kitt oder Keil?“ Foto: Carolin Hillenbrand
Carolin Hillenbrand promoviert aktuell am Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster zur Frage: „Religion als Kitt oder Keil?“

Religionsgemeinschaften spielen bei der Bewältigung der Corona-Pandemie eine entscheidende Rolle. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Auslandbeziehungen (ifa), die im Auftrag des Auswärtigen Amtes durchgeführt wurde. Untersucht wurden dabei mehrere Länder auf verschiedenen Kontinenten. Demnach konnten Religionsgemeinschaften vielfach positive Beiträge leisten.

Vielerorts betätigten sie sich als zivilgesellschaftliche Partner von Regierungen oder internationalen Organisationen, wie der Weltgesundheitsorganisation WHO. Darüber hinaus leisteten sie karitative und seelsorgliche Hilfe, erklärte die Politikwissenschaftlerin und Theologin Carolin Hillenbrand, die an der Studie mitgearbeitet hat, bei einem Livegespräch auf Instagram mit PRO. Deutlich zu erkennen sei dies beispielsweise an der Arbeit von Caritas und Diakonie.

Eine Gefahr für die Virusbekämpfung stellen laut der Studie „jeweils radikale und fundamentalistische Zweige der Religionen und Konfessionen“ dar. Das betreffe vor allem religiöse Gruppen, die einen absoluten, alleinigen Wahrheitsanspruch hätten, der sich auch wissenschaftlicher Erkenntnisse verschließe, erklärte Hillenbrand. Diese Gruppen zeigten dabei auch eine Nähe zu Verschwörungsideologien. Dabei werde die Religion oftmals instrumentalisiert. Schließlich beruhten solche Ideologien nicht auf rein religiösen Begründungen. Im Falle eines Zusammenschlusses von religiösen und politischen Akteuren, die sich wissenschaftlicher Expertise verschlössen, würden sich die negativen Auswirkungen verstärken, heißt es in der Studie. Zu sehen sei das beispielsweise an der Pandemiesituation in Brasilien.

„Gemeinsam sind wir stärker“

Dennoch dürfe man diese Gruppen nicht abschreiben, warnte Hillenbrand. Vielmehr brauche es eine „unglaublich gute“ Beziehungsarbeit. Voraussetzung dafür sei eine religiöse Sprachfähigkeit der Politik. Darüber hinaus sollten politische Akteure auch die nötige religiöse Kompetenz haben. In der Studie nennen die Wissenschaftler auch politische Handlungsempfehlungen und konkrete Schritte, wie politische und religiöse Akteure konstruktiv zusammenarbeiten können. So sei es beispielsweise eine wesentliche Herausforderung, religiöse Akteure zu identifizieren, mit denen eine Zusammenarbeit „wichtig, möglich und erfolgsversprechend“ sei.

Für die Zukunft wünscht sich Hillenbrand ein ausgeprägteres Miteinander nach dem Motto: „Gemeinsam sind wir stärker als allein.“ Ziel müsse es sein, sich auf gemeinsame Ziele zu fokussieren und für diese einzutreten. Dazu brauche es eine bessere Zusammenarbeit innerhalb der eigenen Gruppe, mit anderen Religionsgemeinschaften und mit politischen Akteuren.

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