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Religion – Nichts fürs stille Kämmerlein

Die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer fordert die Wertschätzung von Religiösem für die Gesellschaft. Dazu gehört, dass Religion im öffentlichen Raum einen Platz hat und der Islam differenziert betrachtet wird.
Von PRO
Die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer engagiert sich im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), dem Ausrichter des 101. Deutschen Katholikentages, der am Himmelfahrtswochenende in Münster stattfindet

Foto: CDU/Laurence Chaperon

Die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer engagiert sich im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), dem Ausrichter des 101. Deutschen Katholikentages, der am Himmelfahrtswochenende in Münster stattfindet

Die CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer fordert mehr Geltung von Religiösem. In der Tageszeitung Die Welt schreibt die Politikerin am Freitag: „Religion tut unserem Land, tut dem gesellschaftlichen Zusammenhalt gut.” Die Wertschätzung von Religiösem in der Gesellschaft sei von „fundamentaler Bedeutung” für tolerantes und friedliches Miteinander. „Religionen bieten einem Land einen Mehr-WERT (sic!), die bieten dem Einzelnen Orientierung und sind ihm Stütze, sie geben dem Miteinander einen tieferen Sinn.”

Religionsfreiheit bedeute nicht, dass jemand ein Recht habe, von „Religion im öffentlichen Raum unbehelligt zu bleiben”. Kramp-Karrenbauer fordert stattdessen eine selbstbewusste und souveräne Debatte über „Religion, religiöse Wurzeln und religiöse Bekenntnisse”, die „nicht nur im stillen Kämmerlein” stattfinden dürfe. Am Beispiel des laizistischen Frankreich sei erkennbar, dass das „Zurückdrängen” von Religion „nicht die richtige Antwort auf eine drohende Spaltung der Gesellschaft” sei.

Vielfalt des Islam berücksichtigen

Die CDU-Politikerin wünscht sich eine differenzierte Betrachtung des Islam. Wer über „das” Christentum spreche, wisse um die verschiedenen Konfessionen und die zahlreichen christlichen Religionsgemeinschaften. „Warum sollten wir in Deutschland dann nicht auch von muslimischen Konfessionen reden?”, fragt die CDU-Politikerin in ihrem Essay. Kramp-Karrenbauer erkennt darin eine Chance, die Diskussion „nicht an missverständlichen Begriffen entlang zu führen”.

In vielen Debattenbeiträgen in Deutschland über „den” Islam vermutet Kramp-Karrenbauer im Kern die Frage nach dem eigenen Selbstverständnis. Es sei leichter festzulegen, „was nicht zu uns gehört”, statt die Werte positiv zu benennen. „Die Identifikation mit Deutschland ist Identifikation mit den Werten und Regeln unseres Zusammenlebens”, schreibt Kramp-Karrenbauer. Dazu zählt die Unionspolitikerin unter anderem die Freiheit des Einzelnen, die im Grundgesetz verankerte Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit sowie „das Bekenntnis zu unserer historischen Schuld und die daraus erwachsende Verpflichtung im Kampf gegen Antisemitismus und Sicherheit in Israel”. Muslimisches Leben im Einklang mit „unseren Werten” und „auf dem Boden unseres Grundgesetzes” werde nach Ansicht von Kramp-Karrenbauer bereits millionenfach gelebt.

Von: Norbert Schäfer

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