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“Religion boomt”

Gottes Jahrhundert ist angebrochen. Das zumindest meint die Politikwissenschaftlerin Monica Toft. In einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" erklärt sie, warum ausgerechnet die Modernisierung den Glauben fördert.

Von PRO

Foto: Jiri Hera (fotolia)

"Neue Studien zeigen, dass Agnostiker und Atheisten weniger werden, während die Zahl der Gläubigen wächst", sagt Toft. Die Religion boome in Afrika, Lateinamerika und Asien. In Staaten wie Nigeria und Indien sei man der Meinung, dass ein Politiker gläubig sein sollte. In den USA habe es früher geheißen, dass ein Katholik niemals Präsident werden könne. "Heute kann ein Atheist niemals Präsident werden", schätzt die Direktorin der "Initiative Religion in International Affairs".

Toft lehrt in Harvard und Oxford Politik. Obwohl die Religion aus akademischen Kreisen nahezu verschwunden sei, gelte das längst nicht für den Rest der Welt. "Die Europäer neigen nicht mehr so stark zum Kult und zum Gemeindeleben, aber immer noch zum Glauben", sagt sie. 60 Prozent der Bürger aus OECD-Ländern glaubten an Gott. Toft hat ein Buch mit dem Titel "God’s Century" (Gottes Jahrhundert) verfasst. Modernisierung, Demokratisierung und Globalisierung führen zu einem Erstarken des Glaubens, erklärt sie in der "Zeit".

"Religion stiftet Frieden"

Die Welt modernisiere sich immer schneller, und der materialistische Lifestyle lasse die Menschen unbefriedigt zurück. Zudem führe der von Muslimen ausgehende Druck, ihren Glauben in der Öffentlichkeit zu praktizieren, dazu, dass auch die Europäer ihren Glauben wieder neu bewerteten. In einer globalisierten Welt erhielten lokale Ereignisse plötzlich einen Platz auf der Weltbühne: "Nehmen Sie den Streit um die Mohammed-Karikaturen in Dänemark oder die Koran-Verbrennung in Afghanistan."

Toft ist auch davon überzeugt, dass die Religion die Demokratie fördert und andersherum. "Wenn Sie sich anschauen, welche Länder sich seit den 1970er Jahren demokratisiert haben, haben religiöse Akteure in 63 Prozent der Fälle die Demokratisierung vorangetrieben. Eine politische Theologie, die das Individuum in den Mittelpunkt stellt, hat automatisch einen engen Bezug zur Demokratie", glaubt sie. Ja, Religion könne Staaten auseinanderreißen. "Auf der anderen Seite hat Religion positiven Einfluss: Sie übt Druck auf autoritäre Regime aus, und sie stiftet Frieden. Religiöse Gruppen zählen zu den wichtigsten Mediatoren in Konflikten", stellt sie fest. (pro)

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