Das christliche Medienmagazin

Regisseur Urs Egger gestorben

Der Regisseur Urs Egger ist im Alter von 66 Jahren gestorben. Der Schweizer wurde mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt erhielt er den christlichen Medienpreis „Goldener Kompass“ für den Film „Ein Kind wird gesucht“.
Von Nicolai Franz
Urs Egger wurde 1953 in Bern geboren. Er starb am 18. Januar in Berlin.

Foto: ZDF/Colonia Media/Steffen Junghans

Urs Egger wurde 1953 in Bern geboren. Er starb am 18. Januar in Berlin.

Der Regisseur Urs Egger verstarb am 18. Januar 2020, meldete die Deutsche Presse-Agentur (dpa) unter Berufung auf einen Freund der Familie. Der gebürtige Berner studierte in Los Angeles. Als Regieassistent wirkte er unter anderem beim James-Bond-Film „Der Hauch des Todes“ von 1987 mit. Es folgten zahlreiche deutschsprachige Filme wie die Kinoproduktion „Epsteins Nacht“ mit Mario Adorf, Bruno Ganz und Günther Lamprecht. Seine Filme „Opernball“ (1998), „An die Grenze“ (2008) und „Der Fall Bruckner“ (2015) wurden jeweils mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

2017 führte Eggers die Regie im ZDF-Film „Ein Kind wird gesucht“. Darin geht es um die reale Geschichte des Mordes am damals zehnjährigen Mirco. Der Fall sorgte 2010 und 2011 bundesweit für großes Aufsehen. Die gläubige Familie des Jungen verarbeitete ihre Erfahrungen in einem 2012 erschienen Buch. Die ZDF-Produktion erzählt die Begebenheit aus Sicht des Kriminalhauptkommissars Ingo Thiel (Heino Ferch), der eine Sonderkommission einrichtet, um Mirco zu finden. Dabei steht er mit dessen Eltern, der Familie Schlitter, im engen Kontakt. In vielen Szenen geht es um den Glauben der Familie, um ihr Zweifeln und Bangen. Nachdem Mircos Leiche gefunden wurde und seine Mutter den Kommissar fragt, wo er sei, antwortet Thiele nur: „Bei Gott.“ Für die ehrliche Thematisierung des tiefen Glaubens von Mircos Familie wurde der Film im November 2019 mit dem Christlichen Medienpreis „Goldener Kompass“ ausgezeichnet.

Schauspieler Heino Ferch verlas während der Verleihung eine Botschaft Eggers, der selbst nicht vor Ort sein konnte. Darin schrieb er über die Familie Schlitter: „Ihr Verzeihen, ihr Umgang mit dem gewaltsamen willkürlichen Tod, das Nichtwissen, das Warten, diese Prüfung – das hat mich sehr berührt und beeindruckt.“ Insbesondere die Szenen, wo der „Glaube und mitunter der Zweifel angesprochen“ worden seien, seien ihm wichtig für die Inszenierung gewesen. Er sei froh, „dass die Schlitters diese Interpretation angenommen haben“.

Das ZDF würdigte Egger in einer Pressemitteilung: „Urs Egger war eine wichtige Säule unseres Fiktion-Programms im ZDF, und er beherrschte souverän die große Bandbreite der Genres von Krimi, über Komödie bis zum Drama“, so ZDF-Fernsehfilm-Chef Frank Zervos. „Die Zuschauer liebten seine Filme.“

Von: Nicolai Franz

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