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Rap gegen den Glauben

Der Glaube an Gott basiert nicht auf einer existierenden höheren Macht, sondern hat sich als evolutionärer Vorteil mit dem Menschen entwickelt. Das ist die These vieler Evolutionswissenschaftler. Nun will ein Rap-Album diese Botschaft populärer machen.
Von PRO
In einem Video bei Kickstarter.com erklärt der Rapper Baba Brinkman, auf welche Botschaft es ihm ankommt: Religionen sind Aberglaube, der offenbar einen evolutionären Vorteil darstellte

Foto: kickstarter.com / pro

In einem Video bei Kickstarter.com erklärt der Rapper Baba Brinkman, auf welche Botschaft es ihm ankommt: Religionen sind Aberglaube, der offenbar einen evolutionären Vorteil darstellte

Der kanadische Rapper Baba Brinkman hat auf der Crowdfunding-Plattform „Kickstarter“ versucht, Geld zur Finanzierung seines neuen Albums zusammenzubekommen. Das neue Album soll „The Rap Guide to Religion“ (Die Rap-Erklärung von Religion) heißen und die Botschaft vermitteln: Religion hat sich mit der Evolution des Menschen entwickelt und wird irgendwann überflüssig werden. Am Mittwoch lief die Frist für die Finanzierung aus und der Rapper kann sich freuen: das Soll von 20.000 Dollar ist sogar übertroffen worden.
Baba Brinkman hat bereits 2008 ein Rap-Album herausgebracht, das sich mit Wissenschaft befasst: „The Rap Guide to Evolution“ ist eine Hommage an Charles Darwin und die Evolutionstheorie. Seine Musik führte er bei Live-Shows auf, so etwa 2012 bei einem Konzert namens „Rock Beyond Belief“ (Rock jenseits des Glaubens) der „Military Association of Atheists & Freethinkers“ (Militärische Vereinigung von Atheisten und Freidenkern). Der „Rap Guide to Evolution“ gewann 2013 den „Friend of Darwin Award“ (Preis für einen Freund Darwins) des „National Center for Science Education“. Im Jahr 2010 brachte Brinkman die „Rationalist Anthem“ heraus (die Hymne der Rationalisten). Darin greift er Pseudowissenschaften an. Das Album wurde schnell beliebt unter atheistischen Bloggern. Darin heißt es: „Mystizismus und Pseudo-Wissenschaft, wir lehnen diese Placebo-Effekte und diese Zauberei ab, Religion und Aberglaube, mir reicht‘s. Haltet mir diese Trottel vom Leib!“ Weiter heißt es: „Beten hilft nicht bei Krankheit. Auf welchen Drogen bist Du?“ Im Rap rät er dazu, die Bücher der Atheisten Richard Dawkins und Daniel Dennett zu lesen.

Der „evangelikale Atheist“

Der „Wissenschaftsrap“ von Brinkman ist bekannt für seine Kritik am Glauben an eine von Gott erschaffene Schöpfung und an Religion. Manche bezeichnen ihn als „evangelikalen Atheisten“, da er sich öffentlich sehr für die Verbreitung der Kritik am Glauben einsetzt.
Der 35-jährige Baba Brinkman heißt mit bürgerlichem Namen Dirk Murray Brinkman. Sein Vater, ein Parlamentsabgeordneter in Ottawa, gründete eine Organisation, die Bäume verkauft. Die Firma ist nach eigener Aussage verantwortlich für die Pflanzung von über eine Milliarde Bäume. Auch Baba Brinkman beteiligte sich schon in Teenagertagen an den Aktionen seines Vaters, der dahinter vor allem einen Einsatz für die Umwelt sieht. Baba selbst soll über eine Million Bäume gepflanzt haben.
Brinkman studierte Englische Literatur, und bei der Anthropologin Birutė Galdikas erforschte er Orang-Utans und die menschliche Evolution. Er begann, in seinen Rapsongs Hip-Hop-Musik mit Literatur, Theater und Wissenschaft zu kombinieren. Er selbst spricht von „Lit-Hop“.
Sein neues Rap-Projekt „Rap Guide to Religion“ soll erklären, dass die Religionen menschengemacht seien und sich weiterentwickelten – ebenso wie lebende Organismen in der Evolution. Immer mehr Menschen entsagten der Religion ganz, was ein Zeichen dafür sei, dass Religion evolutionär betrachtet bald überholt sei. Auf seiner Webseite erklärt er: „Wer sagt, Wissenschaft und Religion können nicht miteinander harmonisieren? Wenn die Wissenschaft die Religion erklärt, haben wir einen Kompromiss! (…) Wofür ist Glaube gut? Und wenn er erst einmal verschwunden ist, wodurch wird er ersetzt werden?“ Sein Album gehe Fragen an wie „Was denkt die moderne Wissenschaft über Religion? Hat sie einen evolutionären Vorteil, oder ist sie nur ein Virus, wie Richard Dawkins sagt?“ Brinkman selbst sagt über seine Werke, sie böten „respektlosen Humor und frische Einsichten in das Chaos, das wir Religion nennen“.
Schon vor Ablauf der Frist erreichte Brinkman den gewünschten Spendenstand von 20.000 Dollar. Insgesamt haben 314 Personen das Projekt unterstützt. Einen Tag nach Ablauf der Frist steht das Konto bei 24.100 Dollar. Der Evolutionsbiologe Richard Lenski soll allein 750 Dollar beigesteuert haben, teilte der Rapper mit. Erscheinen soll das Album im Februar 2015. Zu einigen Songs hat Brinkman Animationen produziert, um „das Publikum so groß wie möglich“ zu machen.
Der deutsche Religionswissenschaftler Michael Blume, der neben anderen die Texte auf Stichhaltigkeit prüfen sollte, zeigt sich auf seiner Webseite begeistert. „Der ‚Rap Guide to Religion‘, der bereits erfolgreich in Edinburgh aufgeführt wurde, wird nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich ein Hammer!“ Blume freut, dass durch das Album die Debatte in Bewegung kommt. „Sowohl die Religionskritiker, als auch jene, die Religion positiv gegenüberstehen, stürzen sich mehr und mehr auf die Fakten. Selbst entschiedene Atheisten leugnen inzwischen nicht mehr, dass Religion in der Menschheitsgeschichte entstanden ist. Daher finde ich, dass dieses Album einen Schritt nach vorne bedeutet. In Brinkmans Songs kommt auf humorvolle Weise auch heraus, welchen positiven Aspekt Religiosität hat, zum Beispiel dass Religiosität zu großen Familien beiträgt und dass sie Menschen Trost spendet. (pro)

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